Terror-Blog

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Posts Tagged ‘Pakistan

Wie starb bin Laden wirklich?

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In dem Buch No Easy Day schildert ein früheres Mitglied der amerikanischen Spezialeinheit Navy Seals wie angeblich der Einsatz gegen den al-Qaida-Chef Osama bin Laden ablief. Der Autor, der unter einem Pseudonym schreibt, sei bei der Stürmung von bin Ladens Haus in Pakistan dabei gewesen, heißt es beim Verlag. Seine Schilderung der Ergeignisse weicht stark von der offiziellen Darstellung des Weißen Hauses ab. Aus dem Buch gehe hervor, „dass Bin Laden unbewaffnet und bereits tot gewesen war, als die Eliteeinheit der Navy Seals sein Schlafzimmer in Abottabad betraten“, schreibt ZEIT ONLINE. In den USA haben Medien bereits den echten Namen des ehemaligen Elitesoldaten enthüllt. Das Online-Magazin Huffington Post hat zudem ausführlich über die Hintergründe von No Easy Day und seines Verfassers berichtet. Zurzeit entstehen Filme und weitere Bücher über den Tod bin Ladens – in den kommenden Monaten dürften weitere Theorien und Gerüchte aufkommen, wie der einst meistgesuchte Mann der Welt ums Leben kam – oder gebracht wurde.

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Die Geldströme des Haqqani-Netzwerks

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Das Combating Terrorism Center (CTC) aus Westpoint hat sich gründlich mit den Finanzstrukturen des Haqqani-Netzwerkes auseinandergesetzt und einen Bericht veröffentlicht. Die mit den pakistanischen und afghanischen Taliban sowie mit al-Qaida verbündeten Haqqanis gelten in AfPak als gefährlichste Terrororganisation. Das Haqqani-Netzwerk, das von Vertretern des gleichnamigen Clans geführt wird, soll für die schwersten und aufwendigsten Anschlägen in Afghanistan in den vergangenen Jahren verantwortlich sein. Wie die Taliban entstand das Netzwerk in Pakistan und unterhält dort Ausbildungslager und nutzt die Stammesgebiete im Grenzgebiet als Rückzugsraum. Laut CTC zeigen die Haqqanis nicht nur Talent im Fundraising, um ihren Kampf zu finanzieren, setzen sich auch auf eigene Firmen.

Den Bericht des CTC finden sie hier:

Zitate der Woche – 10 Jahre Afghanistan-Einsatz

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Woche 40/2011

„Wichtig ist, dass El Kaida heute nicht mehr den Einfluss hat, den es hatte, als der Afghanistan-Einsatz begonnen hat. Aber wir wissen, dass längst noch nicht unsere Vorstellungen von Menschenrechten und Frieden abschließend durchgesetzt sind.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

„Am Beginn der gesamten Mission war man zu blauäugig. Man hat die Ziele zu weit hochgesetzt und man war der festen Überzeugung, dass das mit Soldaten lösbar ist. Man hat erst im Laufe der Zeit erkannt, wie wichtig der zivile Wiederaufbau ist.“

Oberst Ulrich Kirsch, Vorsitzender Bundeswehrverband

„Die Behauptung, dass gerade die Militärkräfte dafür sorgten, dass es der Zivilbevölkerung besser ginge, das ist nun von der UNO widerlegt. Die Armut hat zugenommen. Es leben viel mehr Leute in Slums.“

Gregor Gysi, Franktionsvorsitzender der Linkspartei im Bundestag

„Das Hauptziel ist in der Tat erreicht worden. Das Hauptziel war ja: Afghanistan darf kein Rückzugsraum für internationale Terroristen sein.“

Rainer Arnold, verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion

„Außerdem haben wir durchaus eine Reihe von Dingen verändert in Afghanistan. Das soll man bei aller Kritik, die durchaus ihre Berechtigung hat, nicht übersehen. Wir haben eine ganz andere Infrastruktur, wir haben eine andere Ausbildungssituation, wir haben eine andere medizinische Situation. Afghanistan, das wird Ihnen jeder Afghane bestätigen, sieht heute völlig anders aus als noch vor zehn Jahren.“

Michael Steiner, Sonderbeauftragter der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan

(Quellen: Bundespresseamt, Deutschlandfunk, Deutschland Radio Kultur)

Das große Machtspiel auf dem Pazifik

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China und Indien rüsten ihre Flotten auf, der Westen zieht nach. Das atlantische Zeitalter endet, neue Allianzen entstehen.

Von Steffen Richter und Hauke Friederichs

Am vergangenen Mittwoch war es soweit. China ging einen weiteren Schritt in Richtung Supermacht: Im Hafen von Dalian ließ die Marine den ersten Flugzeugträger zu Wasser. Shi Lang heißt er, benannt nach einem Admiral der Ming-Dynastie (1368-1644). Nur wenige Staaten auf der Welt haben solche Träger, sie stehen für militärische Macht, sind aber kompliziert zu bauen und zu bedienen. Flugzeugträger waren lange Zeit eine unangefochtene Domäne der amerikanischen Streitkräfte.

Die Shi Lang zeugt vom Aufstieg Chinas, und sie ist ein Symbol für die wachsende Bedeutung der Kriegsmarinen im 21. Jahrhundert: Rohstoffe am Meeresboden, neue Seewege in der Arktis, Bedrohung von wichtigen Handelsrouten durch Piraten und Terroristen – diese Themen bestimmen derzeit die Geopolitik. Die wichtigsten Schiffbaunationen sind längst asiatische. Zu Südkorea und Japan ist China gestoßen. In diesen drei Ländern werden die meisten neuen zivilen Schiffe vom Stapel gelassen. Auch in der Sicherheitspolitik setzen die Länder Asiens auf die Seefahrt. Laut Defence News sollen in den kommenden zehn Jahren allein in Asien und Australien rund 840 Kriegsschiffe beschafft werden – deutsche Werften mischen in dem Geschäft mit. Besonders rasant verläuft diese Entwicklung in Indien und China. Es war kein Zufall, dass die Marineversion des Euro-Fighters auf einer Flugmesse in Indien vorgestellt wurde, denn in Europa hat der Hersteller EADS nicht viele Kunden dafür. In den meisten Nato-Staaten belasten Haushaltskrisen die Budgets, die Verteidigungsetats sinken. Daher werben europäische Politiker in Indien massiv für den Euro-Fighter.

China und Pakistan

Irritiert von einem Geschäft mit dem Euro-Fighter wäre die Regierung in Peking. Dort fürchtet man, Indien könnte China über die Andamanen-Inselkette den Zugang zum Indischen Ozean abschneiden. Schon allein deshalb kooperiert China seit den 1980er-Jahren intensiv mit Indiens Nachbarn und Erzfeind Pakistan. Man hilft Islamabad beim Bau von Raketen, verschenkt 50 chinesische JF-17-Kampfflugzeuge; für seine Kriegsmarine will Pakistan chinesische U-Boote und Fregatten ordern, gemeinsam wollen beide Staaten Fregatten bauen.

Noch wesentlich bedeutender ist, dass China im Indischen Ozean mit Hafenbauprojekten in die maritime Machtsphäre Indiens eindringt. Neben Bangladesch (Chittagong), Sri Lanka (Hambantota) und Birma (Sittwe) beunruhigt der Tiefseehafen von Gwadar im pakistanischen Belutschistan die Strategen Indiens. Kürzlich enthüllte der pakistanische Außenminister Ahmed Mukhtar, seine Regierung habe Peking gebeten, im Handelshafen Gwadar einen Marinestützpunkt zu bauen. China braucht Gwadar, so der indische Analyst Brahma Chellaney, „um im großen Machtspiel auf den Weltmeeren seine größte Schwäche auszugleichen – das Fehlen eines maritimen Ankers im indischen Ozean, wo das Land eine wichtige militärische Stellung anstrebt.“

(…)

(Den ganzen Artikel finden Sie auf Zeit Online)

Written by netzreporter

16. August 2011 at 10:27

Al-Qaidas Online-Magazin sucht verzweifelt nach Erfolgen

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Die vergangenen Monaten waren für al-Qaida sicherlich die schwersten in der Geschichte des Terror-Netzwerks. In Pakistan erschossen US-Soldaten der Sondereinheit Navy Seals dessen Gründer und Mastermind Osama bin Laden, in Pakistan wurden namhafte al-Qaida-Unterstützer getötet, die Regierung in Islamabad scheint endlich härter gegen Extremisten vorzugehen.

Dennoch versucht dasOnline-Magazin der al-Qaida mit dem klangvollen Titel Inspire, aus dem Tod des Anführers und den anderen Rückschlägen Erfolge zu machen. Für Wired hat Spencer Ackerman die Rhetorik der al-Qaida-Presseabteilung unter die Lupe genommen: Inspire erkläre bin Laden zum Märtyrer, dabei sei der Terrorist gar nicht im Kampf gestorben sondern habe versucht sich vor Amerika zu verstecken.

(Quelle: Wired)

Leibwächter ermordet Bruder von Hamid Karsai

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Ein jüngerer Bruder des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai wurde in Kandahar ermordet. Die Washington Post meldet, dass Ahmed Wali Karsai von einem Leibwächter in seinem Haus erschossen wurde. Die politisch motivierte Tat könnte Südafghanistan weiter destabilisieren, zitiert die amerikanische Zeitung afghanische Quellen.

Den Rest des Beitrags lesen »

Die heikle Mission des Sagib Ullah Khan Chamkani

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Eine Ärztin zeigt die Gesundheitsstation im pakistanischem Dorf Chamkani

Eine Ärztin zeigt die Gesundheitsstation im pakistanischem Dorf Chamkani

Pakistan beherbergt weltweit die meisten Flüchtlinge. Seine Politiker wollen jetzt tausende Afghanen zur Rückkehr bewegen – doch die fürchten Krieg und Armut.

Von Hauke Friederichs

Sagib Ullah Khan Chamkani geht auf die neue Gesundheitsstation zu und lächelt, obwohl er weiß, dass es wieder Streit geben wird. Der Abgeordnete des Provinzparlaments von Khyber Pakhtunkhwa ist ein wichtiger Mann, er darf bei dem Festakt zur Einweihung der Station im pakistanischen Dorf Chamkani, rund 60 Kilometer von der afghanischen Grenze entfernt, nicht fehlen. Die Gesundheitsstation soll das Leben der Flüchtlingsfamilien aus Afghanistan verbessern. Von 25 000 Einwohnern in Chamkani kommen 10 000 aus Afghanistan. Viele der Flüchtlinge sind arm, sie haben in 30 Jahren Krieg alles verloren. Die afghanischen Männer verdingen sich als Tagelöhner, andere verkaufen als Straßenhändler Obst und Gemüse.

Viele Flüchtlinge leben auch nach Jahren noch in Lagern. Dennoch geht es ihnen hier besser als in der Heimat. Rund 1,9 Millionen Afghanen leben nach dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Pakistan. Kein Land auf der Welt beherbergt mehr Flüchtlinge.

Vor dem länglichen, eingeschossigen, einfach gemauerten Gebäude, das eine hohe Lehmmauer umgibt, parken gepanzerte Jeeps, japanische Geländewagen und Pick-Ups der Polizei. Gäste aus Islamabad und der Provinzhauptstadt Peschawar sind gekommen, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und Politiker wie Sagib Ullah Khan Chamkani. Er wurde hier als Sohn eines einflussreichen, wohlhabenden Clans geboren. Die Ältesten begrüßen ihn respektvoll, als er den Innenhof des Zentrums betritt.

Allein in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa leben 1,4 Millionen Afghanen. Die Region hieß bis vor zwei Jahren schlicht Nord-West-Grenzprovinz, weil sie im Norden an Afghanistan und im Westen an die halbautonomen Stammesgebiete stößt. Die Taliban sind stark in der Region. Die pakistanische Regierung schickte vor zwei Jahren die Armee, um die Radikalen zu vertreiben. Seitdem greifen Selbstmordattentäter immer wieder Kasernen und Polizeistationen an. Die afghanischen Flüchtlinge fühlen sich hier dennoch sicherer als in Afghanistan.

Sagib Ullah Khan Chamkani und andere Politiker der Awami National Party, eine der wenigen säkularen Parteien Pakistans, wollen Tausende von ihnen zur freiwilligen Rückkehr überzeugen. Einfach wegjagen kann Pakistan sie nicht. Denn auf Druck der Vereinten Nationen und der wichtigsten Geberländer gewährte das Land den ungeliebten Gästen bis zum März 2013 Asyl.

Der Abgeordnete geht lächelnd auf eine Gruppe afghanischer Männer zu und beginnt ein Gespräch. Vor ihm steht, schwer auf einen Stock gestützt, ein alter Mann. Der Graubärtige schüttelt den Kopf, als er den Politiker über die Rückkehr der Flüchtlinge nach Afghanistan reden hört. Die harte Arbeit, das karge Leben haben seinen Rücken gebeugt – aber nicht seinen Willen. „Nein“, flüstert er, dann wird er lauter: „Nein“. Seit fast 30 Jahren leben er und seine Familie in Pakistan. Zurück nach Afghanistan wolle er auf keinen Fall. Seine Stimme überschlägt sich beim Sprechen. Andere Männer beruhigen ihn. Sagib Ullah Khan Chamkani lächelt gegen den Zwist an. Sein Lächeln weicht auch nicht, als er über den Starrsinn der Alten schimpft. „Ihr könnt nicht für immer bleiben“, wiederholt er und seufzt. Als süßer Chai-Tee und klebriges Gebäck serviert werden, endet die Diskussion. Sagib Ullah Khan Chamkani wirkt erleichtert und wischt sich mit einem Stofftuch Schweiß und Schmutz von der Stirn – und sein Lächeln gleich mit.

(…)

(Den ganzen Artikel finden Sie auf Tagesspiegel.de)

Written by netzreporter

24. Juni 2011 at 10:46