Terror-Blog

Vernetzte Sicherheit, Steitkräfte, Internationale Politik

Posts Tagged ‘Militär

Mehr als 2.000 tote amerikanische Soldaten in Afghanistan

leave a comment »

Die Zahl der in Afghanistan gefallenen US-Militärangehörigen ist auf über 2.000 gestiegen. Mehr als die Hälfe der Toten habe die amerikanische Armee in den vergangenen 27 Monaten zu beklagen gehabt, teilt die Internetplattform Global Security mit. Die Opferzahl lasse sich mit der massiven Truppenaufstockung in den vergangenen Jahren erklären.

Die afghanischen Sicherheitskräfte verzeichnen mehr als drei Mal so viele Tote. Rund 6.500 Polizisten und Soldaten seien im Kampf gegen Aufständische und Terroristen seit 2007 gestorben. Im selben Zeitraum kamen zudem rund 13.000 Zivilisten bei Kämpfen und Anschlägen ums Leben.

Written by netzreporter

23. August 2012 at 15:23

Der Kampf des Sedatzek-Müller

leave a comment »

Das Land schickt seine Soldaten in gefährliche Einsätze. Aber was tut es für sie, wenn sie Hilfe brauchen? Robert Sedlatzek-Müller kehrte traumatisiert aus Afghanistan heim. Lange kämpfte er um seine Versorgung und erstritt ein neues Gesetz. Teil 2:

Von Hauke Friederichs

Dass Sedlatzek-Müller den Kampf überhaupt hat aufnehmen müssen, sagt viel über das Verhältnis der Deutschen zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Die Soldaten werden in gefährliche Einsätze geschickt. Sie sollen ihre Instinkte und persönlichen Bedürfnisse unterdrücken. Man soll sich auf sie verlassen können. Aber was tut der Staat für seine Soldaten, wenn sie Hilfe benötigen? Worauf können sie sich verlassen?

Bislang vor allem auf einen Stichtag. Der soll mit dem neuen Gesetz wegfallen. Für Fallschirmjäger Sedlatzek-Müller könnte das eine Wiedereinstellung bei der Armee bedeuten. Er bekäme wieder Sold, kostenlose medizinische Versorgung und die Chance für einen Neuanfang.

Zügig fährt er durch Berlin, seine Mitstreiter fragen am Telefon, wo er bleibt. Die Veteranen sind aufgeregt, sechs von ihnen dürfen auf die Zuschauertribüne, Sedlatzek-Müller hat die Besucherkarten besorgt. Vor dem Nordeingang des Reichstagsgebäudes warten Kamerateams. Die Tagesschau wird über ihn berichten, der Bayerische Rundfunk dreht eine Dokumentation. Er hat dem Kampf der Veteranen ein Gesicht gegeben. Der frühere Soldat hat den Journalisten erzählt, dass er oft nur mit Alkohol einschlafen könne, dass er an Selbstmord gedacht habe. „Ich habe die Privatsphäre aufgegeben, aber ohne Öffentlichkeit geht es nicht“, sagt er. Erst nach kritischen Medienberichten über das Leid der kranken Veteranen habe die Politik reagiert.

Noch streiten unten im Plenarsaal die Finanz- und Wirtschaftspolitiker über Währungsfragen. Sedlatzek-Müller hört ihnen nicht zu von der Zuschauertribüne aus. Unter seinen Augen zeichnen sich dunkle Ringe ab, Male der Schlaflosigkeit. Dann zeigt eine Tafel Top 31 an: „Versorgung bei besonderen Auslandsverwendungen“. Der erste Redner geht zum Pult. „Jetzt geht es los“, flüstert Sedlatzek-Müller, beugt sich vor und legt die gefalteten Hände in seinen Schoß.

Henning Otte von der CDU spricht über die Lücken in den Gesetzen, sagt, dass der neue Slogan des Verteidigungsministeriums „Wir dienen Deutschland“ keine Einbahnstraße sein dürfe, dass Deutschland seinen Soldaten etwas schuldig sei. Sedlatzek-Müller atmet laut aus. Was der Politiker unten im Plenarsaal umreißt, hat er selber erfahren.

Das Einsatzweiterverwendungsgesetz aus dem Jahr 2007 legte fest, dass im Dienst versehrte Soldaten nicht aus der Bundeswehr entlassen werden dürfen, wenn sie einen Grad der Wehrdienstbeschädigung von 50 Prozent oder mehr aufweisen. Sedlatzek-Müller bescheinigten die Ärzte 40 Prozent. Obwohl er sich wegen einer psychischen Erkrankung, Tinnitus und seiner Nesselsucht nicht mehr konzentrieren konnte, er aggressiv und depressiv wurde, ihm die Kontrolle über sein Leben entglitt.

Noch heute streitet er mit der Bundeswehr über die Schwere seiner Erkrankung. Gutachten und Gegengutachten werden erstellt. Ständig untersuchen ihn Ärzte, die er nie zuvor gesehen hat. Vergangenes Jahr entließ ihn die Bundeswehr dann, krank, ohne abgeschlossene Therapie. Er fühlt sich verraten.

Nun blickt Sedlatzek-Müller auf leere blaue Stühle. Viele Parlamentarier sind am Freitagmittag schon in ihre Wahlkreise aufgebrochen. Sieben Abgeordnete der Linkspartei harren im Plenarsaal aus, sechs der SPD, vier der Grünen, 20 der Union und acht der FDP. 45 Parlamentarier von 620, ein wenig mehr Interesse hätte Sedlatzek-Müller sich gewünscht. Er schaut wieder zum Redner. „Wir stehen hinter unseren Soldaten“, sagt Otte und macht das Pult frei für Lars Klingbeil von der SPD. „Das ist heute ein guter Tag“, sagt der Sozialdemokrat. Es sei ein langer Weg gewesen, bis nun das neue Gesetz verabschiedet werden könne.

Es sind Sätze, wie sie Politiker sagen. Zugleich engagiert und nüchtern. Jahrelang haben Sedlatzek-Müller und seine Mitstreiter für solche Sätze gekämpft. Mit anderen Betroffenen gründete er die Selbsthilfeorganisationen Deutsche Kriegsopferfürsorge und den Bund Deutscher Veteranen (BDV). Aber wie viel von dem, was sie erlebt haben, passt in einen Politikersatz? Nun scheint Müller-Sedlatzek mehr in sich hineinzublicken als zuzuhören. Vor allem, als Elke Hoff von den Liberalen den Fall eines traumatisierten Soldaten schildert, der nicht mehr in Supermärkten einkaufen kann, weil er den Anblick von rohem Fleisch nicht erträgt.

Sedlatzek-Müller hat selbst schon zu viel Blut, zu viele Wunden gesehen. Am 6. März 2002 fuhr er mit dem Freund vom Camp Warehouse, dem Feldlager in Kabul, zum Stadtrand. Sprengmeister der Bundeswehr sollten dort eine Rakete entschärfen. Der Fallschirmjäger wollte zusehen und prüfen, ob er am Entschärfungsplatz mit seinem Diensthund Idor trainieren könnte, den er zur Sprengstoffsuche abrichtete. In einer Grube schlug ein Sprengmeister mit Hammer und Meißel auf die Rakete ein.

(…)

(Lesen Sie morgen den dritten und letzten Teil)

(Quelle: Der Tagesspiegel, 1. November 2011, Seite 3. Online finden Sie den Text hier)

 

Veteran erstreitet Hilfe für verwundete Soldaten

leave a comment »

Das Land schickt seine Soldaten in gefährliche Einsätze. Aber was tut es für sie, wenn sie Hilfe brauchen? Robert Sedlatzek-Müller kehrte traumatisiert aus Afghanistan heim. Lange kämpfte er um seine Versorgung und erstritt ein neues Gesetz.

Von Hauke Friederichs

Die Straßen sind noch leer, um kurz nach sechs Uhr morgens. Sie kommen gut voran, die zwei Männer in ihrem Auto, beide trinken Kaffee, den sie in einer Hamburger Bäckerei gekauft haben. Tief schwarz und mit viel Zucker, wie immer.

Auf der Autobahn 24 passieren sie Ludwigslust, Herzsprung, Kremmen. Das Navigationsgerät zeigt die Route an, Sedlatzek-Müller schaut selten darauf, die Strecke nach Berlin kennt er mittlerweile auswendig, so oft war er in den vergangenen Monaten in der Hauptstadt, bei parlamentarischen Abenden, Debatten im Bundestag und Gesprächen im Verteidigungsministerium.

Den Rest des Beitrags lesen »

Gewalt im Nahen Osten eskaliert

leave a comment »

Acht tote israelische Zivilisten, fünf tote ägyptische Grenzpolizisten und mindestens 16 tote palistinänsische Hamas-Anhäger sowie Unbeteiligte im Gaza-Streifen – der Plan von islamistischen Terroristen, mit Anschlägen auf Israel einige Monate der Ruhe zu beenden, ist aufgegangen. Am Donnerstag hatten Terroristen in der Nähe zur ägyptischen Grenze israelische Busse und Autos mit automatischen Waffen und Panzerabwehrraketen beschossen. Israelische Sondereinheiten der Polizei nahmen die Verfolgung auf und töteten die Angreifer.

Den Rest des Beitrags lesen »

Obama benennt neue Militärstrategie

leave a comment »

US-Präsident Barack Obama hat am Mittwoch in einer Rede an die Nation verkündet, noch in diesem Jahr 10.000 Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Bis zum Sommer 2012 sollen 23.000 weitere Männer und Frauen der amerikanischen Streitkräfte vom Hindukusch heimkehren. Damit zieht Obama rund ein Drittel aller US-Soldaten aus Afghanistan ab.  Der Abzug gehe damit schneller, als Militärs es wünschten, schreibt die Washington Post.

Den Rest des Beitrags lesen »

Written by netzreporter

23. Juni 2011 at 08:54

Blogs, Bundeswehr und die Sicherheitspolitik

leave a comment »

Die Mehrheit der Deutschen lehnt den Bundeswehreinsatz in Afghanistan ab – doch über das Für und Wider der Mission im Hindukusch wird in der Öffentlichkeit fast nur gesprochen, wenn im Bundestag die Mandatsverlängerung ansteht oder Soldaten fallen.

Ist das im Internet besser? Findet hier eine intensive Auseinandersetzung mit der deutschen Sicherheitspolitik statt? Einer der es wissen muss, sagt Nein: Wie im Alltag führe die sicherheitspolitische Diskussion auch im Internet ein Nischendasein, zieht Thomas Wiegold im Interview mit dem Magazin Kompass eine nüchterne Bilanz. „Die Zahl der Menschen, die sich dafür interessieren, ist sehr gering.“

Den Rest des Beitrags lesen »

Geheime Elite im Fokus des öffentlichen Interesses

with one comment

Fast jede Spezialeinheit hat eine Operation, mit der sie trotz aller Geheimhaltung auf ewig verbunden bleibt. Bei der GSG 9 der Bundespolizei gehört die Befreiung der Lufthansamaschine Landshut in Mogadischu zum Mythos. Die amerikanischen Navy Seals werden wohl für immer mit den Namen Osama bin Laden verbunden bleiben. Es waren Soldaten dieser Spezialeinheit, die den Al-Qaida-Gründer in Pakistan erschossen.

Dafür wurden die Männer in amerikanischen Medien gefeiert. Das große öffentliche Interesse, das den Seals nun entgegenschlägt, ist der Truppe gar nicht recht. Die Hafenstadt Virginia Beach, in der ein Großteil der 2000 Mann starken Eliteeinheit stationiert sind, werde von zahlreichen Reportern Medien besucht, schreibt Spiegel Online. Soldaten und Anwohner schweigen jedoch – sie fürchten eine Vergeltungsaktion von al-Qaida.

Die Navy Seals sind aus US-Spezialeinheiten des Zweiten Weltkriegs hervorgegangen. Seal steht für Sea, Air, Land, die Soldaten können auf und unter Wasser ebenso eingesetzt werden wie in der Luft und am Boden. Die Seals werden nur mit den gefährlichsten Missionen betraut: Terrorismusbekämpfung, Sabotage, Befreiungs- und Rettungsaktionen gehören dazu.

„Ihre Einsätze laufen unter allerhöchster Geheimhaltung – umso unangenehmer ist es für die härtesten Männer im US-Militär nun, von Neugierigen verfolgt zu werden“, schreibt Spiegel Online. „Hinzu kommt: Keiner von ihnen würde je zugeben, ein Mitglied der Seals zu sein. Das ist Ehrensache.“

(Quelle: http://ml.spiegel.de/article.do?id=762344)

Written by netzreporter

13. Mai 2011 at 17:36