Terror-Blog

Vernetzte Sicherheit, Steitkräfte, Internationale Politik

Posts Tagged ‘KAmpf gegen den Terror

Wie starb bin Laden wirklich?

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In dem Buch No Easy Day schildert ein früheres Mitglied der amerikanischen Spezialeinheit Navy Seals wie angeblich der Einsatz gegen den al-Qaida-Chef Osama bin Laden ablief. Der Autor, der unter einem Pseudonym schreibt, sei bei der Stürmung von bin Ladens Haus in Pakistan dabei gewesen, heißt es beim Verlag. Seine Schilderung der Ergeignisse weicht stark von der offiziellen Darstellung des Weißen Hauses ab. Aus dem Buch gehe hervor, „dass Bin Laden unbewaffnet und bereits tot gewesen war, als die Eliteeinheit der Navy Seals sein Schlafzimmer in Abottabad betraten“, schreibt ZEIT ONLINE. In den USA haben Medien bereits den echten Namen des ehemaligen Elitesoldaten enthüllt. Das Online-Magazin Huffington Post hat zudem ausführlich über die Hintergründe von No Easy Day und seines Verfassers berichtet. Zurzeit entstehen Filme und weitere Bücher über den Tod bin Ladens – in den kommenden Monaten dürften weitere Theorien und Gerüchte aufkommen, wie der einst meistgesuchte Mann der Welt ums Leben kam – oder gebracht wurde.

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Die Geldströme des Haqqani-Netzwerks

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Das Combating Terrorism Center (CTC) aus Westpoint hat sich gründlich mit den Finanzstrukturen des Haqqani-Netzwerkes auseinandergesetzt und einen Bericht veröffentlicht. Die mit den pakistanischen und afghanischen Taliban sowie mit al-Qaida verbündeten Haqqanis gelten in AfPak als gefährlichste Terrororganisation. Das Haqqani-Netzwerk, das von Vertretern des gleichnamigen Clans geführt wird, soll für die schwersten und aufwendigsten Anschlägen in Afghanistan in den vergangenen Jahren verantwortlich sein. Wie die Taliban entstand das Netzwerk in Pakistan und unterhält dort Ausbildungslager und nutzt die Stammesgebiete im Grenzgebiet als Rückzugsraum. Laut CTC zeigen die Haqqanis nicht nur Talent im Fundraising, um ihren Kampf zu finanzieren, setzen sich auch auf eigene Firmen.

Den Bericht des CTC finden sie hier:

Obama forciert Drohnenangriffe

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Unter dem Friedensnobelpreisträger Barack Obama fliegt die US-Armee so viele Luftangriffe wie nie zuvor. Die UN warnen vor zivilen Opfern.

Von Hauke Friederichs

Berlin – Sie sind Amerikas Antwort auf den islamistischen Terrorismus: Predator und Reaper. Mit diesen mit Raketen und Bomben bestückten Drohnen machen die Luftwaffe und der Geheimdienst CIA Jagd auf Al Qaida und Taliban. Zunehmend werden die Drohnen nicht mehr nur zur Aufklärung, sondern zu Kampfeinsätzen genutzt. US-Präsident Barack Obama spricht anders als sein Vorgänger George W. Bush nicht von einem „globalen Krieg“ gegen Terror. Aber er ist alles andere als zimperlich. Mit Kampfdrohnen und geheimen Kommandos geht er gegen Amerikas erklärte Staatsfeinde vor, und das auch außerhalb der definierten Kampfzonen Irak und Afghanistan.

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Das Ende der alten Bundeswehr

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Deutsche Soldaten in Kundus

Deutsche Soldaten in Kundus / Foto: Hauke Friederichs

Sie kämpfen, sie töten, sie sterben: Zehn Jahre nach dem 11. September üben die Soldaten der Bundeswehr einen völlig anderen Beruf aus als früher.

Von Hauke Friederichs

Wie überall auf der Welt liefen am 11. September 2001 auch in den deutschen Kasernen die Fernseher. Wie so viele Menschen hatten auch die meisten Soldaten an diesem einschneidenden Tag das Gefühl, dass sich nun vieles ändern würde. Angehörige der deutschen Spezialkräfte ahnten wohl bereits, dass ein neuer Einsatz auf sie zukommen würde. Dass aber die Bundeswehr zehn Jahre später kaum mehr wiederzuerkennen sein würde, dass haben sich wohl die wenigsten vorstellen können. Nicht alles davon ist eine Folge der Terroranschläge von New York und Washington. Aber vieles.

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Zahl der Woche: Obama und Guantanamo

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Woche 10/2011

Zeitspanne, nach der US-Präsident Obama sich zur Beibehaltung des Sondergefängnisses Guantanamo entschloss: Zwei Jahre, einen Monat und 18 Tage.

Zeitrahmen, in der nach öffentlicher Ankündigung Obamas am 22. Januar 2009 bis zur Schließung des Gefangenenlagers vergehen werde: ein Jahr.

(Quelle: Die Tageszeitung (taz): Obama bricht Guantanao-Versprechen, 9. März 2011, S. 3)

Written by netzreporter

9. März 2011 at 21:04

Aus dem Innenleben des Irak-Kriegs

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Der Plot klingt nach einem Thriller von John Le Carré. Es tauchen brisante Papiere auf, eine Regierung versucht vergeblich, deren Veröffentlichung zu verhindern, Terroristen, Geheimdienste und Soldaten sind an ihnen gleichermaßen interessiert. Zumal die Quelle authentisch ist, die Informationen als geheim eingestuft sind und der Inhalt die Sicherheit der letzten globalen Supermacht gefährde – teilt die Supermacht mit.

Doch kein Romanautor steckt hinter der spannenden Story. Erneut ist dem Enthüllungsnetzwerk Wikileaks gelungen, Geheimdokumente des irakischen Militärs online zu stellen. Dokumente von der Front, aus dem Krieg gegen den Terror, der von Bush begonnen und von Obama fortgeführt wird. Eine schonungslose Innenansicht des Irak-Krieges wartet darauf, ausgewertet zu werden.

Ganz überraschend wirkt der Inhalt der fast 400.000 geheimen Militärdokumente auf den ersten Blick nicht, die Wikileaks am Samstag enthüllt hat. Viele berichten über Folter von Gefangenen, das Erschießen von Gegnern, die sich ergeben hatten, von unzähligen Toten an Checkpoints der US-Armee und ihrer Verbündeten. Nach den Bildern aus dem Foltergefängnis Abu Ghraib, nach Berichten von Amnesty International und Human Rights Watch waren viele Übel im Kampf gegen den Terror im Irak bekannt. Doch die 391.832 Akten offenbaren, wie genau die US-Army über die systematischen Misshandlungen in irakischen Gefängnissen Bescheid wusste. Und Wikileaks enthüllt, dass die Amerikaner sehr wohl die Zahl der getöteten Iraker erfasst haben, obwohl das Pentagon das bestritten hat. In den Dokumenten taucht nach Informationen von NRD-Info nun die Zahl von 66.081 getöteten Zivilisten auf – 15.000 mehr als bisher von unabhängigen Organisationen angenommen. Hinzu kommen laut Wikileaks 23.984 getötete Gegner, so dass die makabere Rechnung insgesamt 109.000 Tote ergibt.

 Letztlich beweisen die Reaktionen des amerikanischen Verteidigungsministeriums und des State Departments, dass auch die US-Regierung die veröffentlichten Akten für brisant hält. Außenministerin Hillary Clinton warf Wikileaks erneut vor, die Sicherheit Amerikas und das Leben von Soldaten und Informanten zu gefährden. Spiegel Online veröffentlichte eine Erklärung der US-Regierung: „Wir bedauern ebenso, dass Wikileaks diese Geheiminformationen leichtfertig mit der ganzen Welt teilt, einschließlich unseren Feinden. Wir wissen, dass Terrororganisationen die früher bekannt gewordenen Afghanistan-Dokumente auf Informationen hin untersucht haben, die sich gegen uns verwenden ließen, und die Irak-Dokumente sind viermal so umfangreich.“ Das Enthüllungsnetzwerk wies die Anschuldigung vehement zurück.

Mit den Berichten in New York Times, dem Nachrichtenmagazin Spiegel und anderen großen Medien weltweit hat Wikileaks sich beeindruckend zurückgemeldet. Wegen den laufenden Ermittlungen der schwedischen Polizei gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange (Kurzporträt von AFP) wegen Vergewaltigung und nachdem sich einige Mitglieder wegen des Führungsstils Assanges zurückgezogen hatten, schien das Enthüllungsnetzwerk schwer angeschlagen zu sein. Nun redet die Welt wieder über Wikileaks. Das Interesse war am Samstag so groß, dass www.wikileaks.com immer wieder nicht zu erreichen war.

Das Erschreckendste der veröffentlichten Dokumente ist die Bestialität der Folterer: Das Verbrennen von Häftlingen mit Zigaretten, das Malträtieren mit einer Bohrmaschine, das Abbinden von Gliedmaßen – diese Grausamkeiten, die den Wikileaks-Dokumenten zu Folge Iraker an Irakern begingen – mit dem Wissen der Amerikaner. Gefangene, die US-Soldaten an die irakischen Sicherheitskräfte auslieferten, waren von Willkür und Folter bedroht. Doch viel zu selten scheinen die Amerikaner nachgefragt oder gar nachgeschaut zu haben, wie es den übergebenen Männern ergangen war.

Die Dokumente zeigen aber auch, dass amerikanische Soldaten aus irakischen Gefängnissen über Folter an ihre Vorgesetzten berichteten. Ob danach Ermittlungen eingeleitet wurden, ist nicht bekannt.

Der Verdienst von Wikileaks für die Geschichtsschreibung ist unermesslich. Viele der nun im Internet einzusehenden Dokumente wären selbst in 30 Jahren nicht in öffentliche Archive gewandert. Die Geschichte des Irak-Kriegs muss nicht umgeschrieben werden, sie kann aber nun um zigtausende Details ergänzt werden – „insgesamt ergeben sie [die Dokumente] eine Art Logbuch des Irak-Kriegs aus den Jahren 2004 bis Ende 2009“, schreibt das große Spiegel-Team, das das Material ausgewertet hat.

 Das Enthüllungsnetzwerk legte bereits tausende brisante Dokumente der Afghanistan-Mission offen – und es sei noch viel Material vorhanden, heißt es. Dass das amerikanische Militär und der Auslandsgeheimdienst CIA in Wikileaks einen gefährlichen Gegner erkennen, überrascht nicht – doch statt in einen Propagandakrieg gegen die Enthüller zu ziehen, sollte die amerikanische Regierung besser mit der Aufarbeitung der Verbrechen beginnen. Den Krieg haben die Amerikaner begonnen, sie tragen die Verantwortung, auch für die Menschenrechtsverletzungen, die die Iraker begingen, als Amerika dort das Kommando führte.

(Quellen: Wikileaks – Iraq War Logs Explorer,

Die umfangreiche Zusammenstellung von Spiegel und Spiegel Online finden Sie hier, das War log der New York Times hier.

Weitere Berichte auf ZEIT ONLINE, Schweizer Tagesschau, NZZ, Deutsche Welle, AFP über Assange , AFP über die amerikanischen Reaktionen, und Standard. )

Die amerikanische Außenpolitk unter Obama

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Die USA im 21. Jahrhundert - Sofpower oder militärische Supermacht?

Die USA im 21. Jahrhundert - Sofpower oder militärische Supermacht?

Der Kampfeinsatz im Irak ist vorbei, direkte Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern haben begonnen, der internationale Druck auf Iran wegen des Atomprogramms wächst und mit Pakistan verbessert sich die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror. Wenn Hillary Clinton über die amerikanische Außenpolitik der vergangenen Monate spricht, klingt alles recht positiv. Doch die US-Außenministerin weiß auch, dass die kommenden Monate anstrengend werden.

Trotz ihres persönlichen Engagements verlaufen die Friedensgespräche zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu und „Palästinenserpräsident“ Abbas schwierig. Luftangriffe Israels auf Ziele im Gazastreifen und die erwartete Fortsetzung des Siedlungsbaus im Westjordanland lassen einen Abbruch der Gespräche realistisch erscheinen.

In einer Rede vor dem Council of Foreign Relations erläuterte Clinton im September ihre Politik. Kein Land könne die Menschen so zusammenbringen, wie die Vereinigten Staaten, sagte die Politikerin. „Ich denke, heute wie auch in der Vergangenheit verlässt sich die Welt aus uns. Wenn alte Gegner einen ehrlichen Zwischenhändler benötigen oder grundlegende Freiheiten unterstützt werden müssen, wendet man sich an uns.“ Und wenig später: „Lassen Sie mich klar und deutlich sagen: Die Vereinigten Staaten können, müssen und werden in diesem neuen Jahrhundert eine Führungsrolle übernehmen.“

Um auf die Gefahren der Zukunft reagieren zu können, könne die USA nicht im Alleingang vorgehen. Auch Amerika brauche Partner, ein „Netzwerk von Bündnissen“, um sich auf Bedrohungen anzupassen, „die wir uns nicht einmal vorstellen können, so wie sich unsere Eltern niemals schmelzende Gletscher und schmutzige Bomben vorstellen können“.

Die amerikanische Führungsrolle müsse daher dynamisch sein, neue Akteure, auch regionale Organisationen, werden in das Netzwerk eingebaut: „Bei der Anpassung an neue einflussreiche Akteure wie das EU-Parlament wird es Herausforderungen geben, aber dabei handelt es sich um Diskussionen unter Freunden, die im Vergleich zu unseren gemeinsamen Interessen und Werten immer zweitrangig sein werden.“

Das klingt zunächst nach Softpower – aber auch an die Falken in der Außenpolitik hatte Clinton gedacht: „Täuschen Sie sich nicht. Natürlich wird sich diese Regierung auch für die Erhaltung der größten Armee in der Weltgeschichte einsetzen und, wenn erforderlich, sich selbst und ihre Freunde mit aller Kraft verteidigen.“

Auch auf die Nato ging Clinton ein: Die Bündnispartner hätten Amerika nach 9/11 im Kampf gegen den Terror unterstützt. Und auch „nachdem Präsident Obama den Einsatz in Afghanistan neu ausgerichtet hat“, seien die Partner der Forderung nach mehr Truppen gefolgt. „Jedes Land muss seinen Beitrag leisten“, sagte Clinton. „Die die Vereinigten Staaten eine Führungsrolle übernehmen, heißt nicht, dass sie alles alleine machen. Wir leisten unseren Beitrag, meist sogar den größten, aber wir haben auch hohe Erwartungen an die Regierungen und Menschen in den Ländern, mit denen wir zusammenarbeiten.“

Gerade in den letzten Punkten unterscheiden sich die Aussagen der Demokratin nicht fundamental von ihren republikanischen Vorgängern. Amerika fordert weiter die Loyalität der Nato-Staaten und eine Beteiligung an den Missionen unter amerikanischer Führung.

Und Clinton macht deutlich, dass die USA mit den Europäern nicht auf Augenhöhe sprechen. Auch unter Barack Obama ändert sich nichts daran, dass Amerika führen – und nach eigenen Interessen führen will. Das ist nicht überraschend – interessant ist aber, wie klar Clinton den Anspruch formuliert: „Die Vereinigten Staaten haben sich über Generationen dazu verpflichtet, eine Welt aufzubauen, in der sie noch viele Jahrzehnte lang leben möchten. […]“

(Quelle: Amerika Dienst der US-Botschaft in Berlin)