Terror-Blog

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Mit Drohnen und Cyberwar gegen Assad?

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Katar und Saudi-Arabien rüsten heimlich den syrischen Widerstand mit Waffen aus – mit amerikanischer Hilfe. Westliche Spezialeinheiten stehen in der Region bereit, um einzugreifen, sollten die Chemiewaffenlager Assads in die Hände von al-Qaida-Terroristen fallen. US-Drohnen sind über dem Land in der Luft und syrische Assad-Gegner werden von britischen und amerikanischen Militärs ausgebildet. Spiegel Online fasst in dem interessanten Artikel „Wie der Westen in Syrien heimlich Krieg führt“ das Engagement der Vereinigten Staaten gegen das syrische Regime zusammen. Markus Kaim, Experte bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), sagte Spiegel Online: „Man kann inzwischen von einem militärischen Engagement sprechen.“

Eine Analyse von Markus Kaim zu den Möglichkeiten und Grenzen eines militärischen Eingreifens in Syrien finden Sie hier als PDF-Dokument.

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1. August 2012 at 10:03

Reaper-Drohnen starten von Äthiopien aus

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Sie sind Amerikas wichtigste und umstrittenste Waffe im Kampf gegen den internationalen Dschihadismus. Mit Drohnen machen das CIA und die amerikanische Luftwaffe Jagd auf al-Qaida-Führer und Taliban-Kämpfer in Pakistan und Afghanistan. Auch in Somalia und im Jemen setzen die Amerikaner die unbemannten Kampfflugzeuge vom Typ Reaper und Predator ein.

In Äthiopien hat die US-Luftwaffe eine Basis für die Drohnen aufgebaut, sie starten dort von einem zivilen Flughafen aus, berichtet die Washington Post. Die Armee soll die Landebahn ausgebaut und den Flughafen modernisiert haben.

Amerikanische Drohne feuert auf al-Shabab-Miliz

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Eine amerikanische Drohne hat einen Konvoi in Südsomalia attackiert um zwei Anführer der islamistischen Miliz al-Shabab auszuschalten. Al-Shabab unterhält enge Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida und ist für Anschläge in Uganda und anderen ostafrikanischen Staaten verantwortlich.

Bei dem Luftangriff in der vergangenen Woche wurden die beiden al-Shabab-Anführer verletzt. Aus dem Pentagon erfuhr die Washington Post, dass der Angriff wegen der Übergriffe von al-Shabab auf Ziele in Nachbarländern unternommen wurde.

Die USA setzen ihre Drohnen bereits in Pakistan und Jemen zur Terroristenjagd ein, in Libyen sollen sie damit die Rebellen unterstützen haben, über Iran dienen sie der Informationsgewinnung. Das Regime in Teheran brüstet sich, mehrfach US-Drohnen abgeschossen zu haben.

Somalia gilt neben Jemen als neue Rückzugsbasis von al-Qaida. Al-Shabab hatte dort zuletzt mehrere Regionen erobert.

(Quelle: http://www.washingtonpost.com/national/national-security/us-drones-target-two-leaders-of-somali-group-allied-with-al-qaeda/2011/06/29/AGJFxZrH_story.html)

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30. Juni 2011 at 07:51

Pakistanische Generäle lassen die Muskeln spielen

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Auf Dinnerpartys in Pakistan gibt es in diesen Tagen nur ein großes Thema: Ein möglicher Militärputsch im Land. Das schreibt Aryn Baker in der aktuellen Ausgabe des TIME-Magazine. Das Gerücht, dass die Generäle erneut nach der Macht greifen, ist nicht überraschend. Pakistan wurde in seiner Geschichte schließlich häufig von Militärs geführt. Mehr als die Hälfte der 63 Jahre seit der Unabhängigkeit von Großbritannien bestimmten Generäle direkt die Regierungsgeschäfte und auch sonst hatten Militärs stets großen Einfluss.

Und erst vor wenigen Wochen kündigte der letzte Militärdiktator, General Pervez Musharraf, seine Rückkehr in die Politik an. Als Gründe nannte er unter anderen das miserable Krisenmanagement der Regierung bei der Flutkatastrophe. Erst im August 2008 war er als Präsident zurückgetreten. 1999 hatte Musharraf sich als damaliger Armeechef an die Macht geputscht und erst 2007 das Kommando über die Streitkräfte abgegeben, die Macht aber vorerst behalten.

Einen erneuten Staatsstreich durch die Generalität dementierte Pervez Musharraf im Interview mit Spiegel-Redakteurin Susanne Koelbl Anfang Oktober allerdings: „Die Zeiten der Armeestreiche sind einfach vorbei, glaube ich. Das Oberste Gericht toleriert das einfach nicht mehr, selbst dann nicht, wenn die Menschen nach der ordnenden Kraft der Armee verlangen.“

Ihren Einfluss machen die aktiven Generäle dennoch offen geltend. Sie kritisierten Präsident Asif Ali Zardari und Premierminister Yousuf Raza Ghilani unter anderen für die Zusammenarbeit mit dem Erzfeind Indien und forderten, dass die USA ihre Militäreinsätze auf pakistanischen Territorium einstellen müssten. Armeechef Ashfaq Kayani versuchte in einem Gespräch mit beiden Politikern auch direkt Einfluss auf die Regierungsgeschäfte zu nehmen. Er forderte, dass die Korruption innerhalb des Kabinetts bekämpft werde und einzelne Minister abberufen werden müssten.

Für TIME-Journalistin Aryn Baker sind das allerdings nur Muskelspiele des Militärs. In Pakistan stehe die Armee noch unter Kontrolle der Politik – auch wenn im Ausland sich mancher das anders wünschen würde. Die TIME-Büroleiterin für Pakistan und Afghanistan schreibt, dass die pakistanische Armee im Westen als einzige funktionierende Einheit im Staat gelte. Die Beziehung zwischen den USA und Pakistan liefen vor allem zwischen dem Pentagon und dem Generalstab des asiatischen Landes. Die Beziehung zwischen White House und der Regierung in Islamabad verschlechtere sich hingegen zunehmend.

Und in den USA wächst die Unzufriedenheit mit der pakistanischen Regierung. Rund 2 Milliarden Dollar bezahlen die Vereinigten Staaten jährlich an Militärhilfe, damit die Extremisten in Pakistan bekämpft werden. Doch Erfolge sind im Kampf gegen den Terror kaum auszumachen, schreibt die amerikanische Journalistin Gretchen Peters in ihrem Buch „Seeds of terror“.

Die zahlreichen amerikanischen Drohnen-Angriffe auf Ziele im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet bringen keinen nachhaltigen Erfolg im Kampf gegen den Terror. Sie führen eher zu einer weiteren Radikalisierung von Islamisten – und das nicht nur in Pakistan. Das zeigt die Reisewarnung des amerikanischen State Departments für Ziele in Europa.

Nach der Tötung von Extremisten aus Europa durch US-Drohnenangriffe, die sich in Pakistan von islamistischen Gruppen ausbilden ließen, befürchteten amerikanische Terrorexperten Anschläge in Berlin oder Paris. Ermittler sollen bei Terroristen Pläne von Gebäuden wie dem Brandenburger Tor gefunden haben.

Al-Qaida besteht immer noch aus zahlreichen Zellen, Gruppen und Sympathisanten auf der ganzen Welt, die mehr oder weniger stark vernetzt sind. Terroristen und Taliban in Pakistan und Afghanistan können USA und Nato nur gemeinsam mit starken Regierungen vor Ort besiegen – das betonen Experten wie Gretchen Peters: Eine Counterinsurgency-Kampagne sei nur erfolgreich, wenn die Regierung sie unterstütze. Danach sieht es in Pakistan allerdings immer noch nicht aus.

(Quellen: Aryn Baker: Pakistan’s army flexes it’s muscles, in: TIME, 18. Oktober 2010, S. 56 – 58,

Susanne Koelbl: „Pakistan ist immer der Schurke“. Interview mit Pervez Musharraf für Spiegel Online,

Farzana Shaikh: The man who really matters in Pakistan, in: The Independent, Online Edition,

Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung der Universität Hamburg (AKUF) zu Pakistan (Stand 2008),

Gretchen Peters: Seeds of terror. How drugs, thugs and crime are reshaping the Afghan war, St. Martin’s Press, New York 2010)

Zahl der Woche: Roboter in der US-Army

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Woche 41./2010

Zahl der Landroboter bei der amerikanischen Army, Navy und Airforce: 12.000

Zahl der Flugautomaten bei den US-Streitkräften: 7.000

(Quelle: Franfurter Allgemeine Sonntagszeitung: Maschinen mit Marschbefehl, 18. Juli 2010, S. 52)

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13. Oktober 2010 at 20:00

Veröffentlicht in Rüstung, US-Army, USA

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Zahl der Woche – Drohne Heron

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Woche 39./2010

Zahl der Drohnen vom Typ Heron 1, die die Bundeswehr in Israel geleast hat: 3

Zahl der missglückten Landungen einer „deutschen“ Heron in Afghanistan: 1

Kosten für das Leasing der Heron-Drohnen: 110 Millionen Euro

(Quelle: Frankfurter Allegemeine Sonntagszeitung: Maschinen mit Marschbefehl, 18. Juli 2010, S. 52 / Pressemitteilung des Bundesverteidigungsministerium zur Kollission einer Heron mit parkendem Flugzeug / Luftwaffe zur Indienststellung der ersten Heron-Drohne)

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29. September 2010 at 10:00

Obamas riskanter Drohnenkrieg

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Die USA setzen auf ferngelenkte Aufstandsbekämpfung. Viele Terroristen starben – doch die Kriegsführung mit Drohnen birgt auch erhebliche Risiken

Von Hauke Friederichs

Die Kamera erfasst einen Mann. Er sitzt auf dem Dach eines Hauses im pakistanischen Grenzgebiet, neben ihm eine Frau und ein Arzt. Der Mann leidet an einer Nierenkrankheit, vermutlich bekommt er eine Infusion. Es wird die letzte Behandlung in seinem Leben sein.

Tausende Kilometer entfernt in Langley, Virginia, schauen zwei Männer zu, wie die Zielperson versorgt wird. Sie sitzen in einer Einsatzzentrale vor Monitoren. Einer von ihnen ist der Pilot. Er steuert mit einem Joystick das acht Meter lange Flugzeug, das über dem Haus fliegt. Der andere heißt Sensor-Operator, er bedient die Kamera am Bauch der Maschine. Sie betrachten die Szene auf dem Hausdach, identifizieren die Zielperson. Der Pilot betätigt einen Knopf. Wenig später sehen die Amerikaner kein Haus mehr, sondern eine rauchende Ruine. Mission erfüllt werden sie ihren Vorgesetzten melden.

Mit einem unbemannten Flugzeug hat die Central Intelligence Agency (CIA), der amerikanische Auslandsgeheimdienst, am 5. August 2009 Baitullah Mehsud, Anführer der pakistanischen Taliban, seine Ehefrau und seine Schwiegereltern getötet. Nach mehreren erfolglosen Versuchen sind die Terroristenjäger am Ziel: Sie haben den meist gesuchten Mann Pakistans getötet. Mehsud soll für den Mord an Benazir Bhutto verantwortlich sein und für Anschläge auf Amerikaner.

Seit der Attacke auf Mehsud vor etwas mehr als einem Jahr hat die Zahl der Drohnenangriffe rapide zugenommen. Allein seit Anfang September kam es zu zehn tödlichen Luftschlägen mit unbemannten Flugkörpern in Pakistan, berichten Nachrichtenagenturen. Die CIA nimmt dazu meist keine Stellung – die Jagd auf Terroristen ist geheim. Die USA betreiben jedoch noch ein militärisches Drohnenprogramm in den offiziellen Einsatzgebieten Afghanistan und Irak. Mit den Drohnen wirbt die Luftwaffe sogar um neue Rekruten. Und auch das Heer, die Navy und die Marines setzen Drohnen zur Aufklärung und zum Kampf ein.

Die unbemannten Flugzeuge begleiten Konvois in Afghanistan. Sie unterstützen Kampfeinsätze von Bodentruppen. Sie eliminieren als „Auftragkiller“ des CIA Terroristen und andere Feinde Amerikas. Und sie liefern gestochen scharfe Bilder aus Kampfgebieten an Soldaten im Einsatz und die Gefechtszentren. Drohnen werden immer mehr zu Amerikas Antwort auf den Terrorismus.

Unter Präsident George W. Bush wurde das Drohnenprogramm zu einem wichtigen Bestandteil des War on Terror – dem ausgerufenen Krieg gegen den Terrorismus. Doch erst unter Bushs Nachfolger, dem Demokraten und Friedensnobelpreisträger Barack Obama, nahm die Zahl der Drohnenangriffe gewaltig zu. In Obamas erstem Jahr im Weißen Haus feuerte das amerikanische Militär mehr Raketen von Drohnen ab, als in der letzten Amtszeit Bushs. Bereits an seinem dritten Tag als Präsident fanden zwei Angriffe statt. Dabei töteten die Drohnen im pakistanischen Grenzgebiet etwa 25 Menschen, darunter vier Araber die zu al-Qaida gehört haben sollten. Eine Rakete traf jedoch das Wohnhaus eines regierungsfreundlichen Stammesführers und löschte den Mann und seine Familie aus.

Unter Obama sei das Einsatzspektrum und der Kreis der Zielpersonen erweitert worden, schreibt Jane Mayer, Journalistin und Buchautorin, in Lettre International. So stünden nun auch die Namen von 50 afghanischen Drogenbaronen auf der Joint Integrated Prioritized Target List, weil sie die Aufständischen mit Geld versorgt haben sollen.

Am Mittwoch vergangene Woche schlugen die Drohnen-Piloten erneut zu. Bei zwei Angriffen starben 18 Militante und vier Kinder berichtet die pakistanische Tageszeitung Dawn. Das Blatt verfügt über gute Beziehungen zum pakistanischen Geheimdienst und berichtet häufig als erstes über Drohnenangriffe der Amerikaner. Da viele Zielpersonen von Pakistan auf die Tötungslisten der Amerikaner gesetzt werden, ist der Geheimdienst ISI über die Aktionen der Amerikaner meist informiert. Am Montag feuerte eine Drohne zwei Raketen auf ein Auto und tötete fünf mutmaßliche Terroristen, berichteten Nachrichtenagenturen. Am Dienstag starben zehn Taliban beim Beschuss eines Gebäudes mit drei Raketen. Die Liste der durch Drohnen getötete Topterroristen ist lang: Mehsud war der Bekannteste, aber längst nicht der einzige getötete Anführer. Anfang 2009 wurde Osama al Kini, Anführer der al-Qaida in Pakistan, getötet, der Brite Rashid Rauf im November 2009 ebenfalls im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet und Kalid Salim Sinan Harethi bereits im November 2002 im Jemen.

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