Terror-Blog

Vernetzte Sicherheit, Steitkräfte, Internationale Politik

Archive for the ‘Haqqani-Netzwerk’ Category

Die Geldströme des Haqqani-Netzwerks

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Das Combating Terrorism Center (CTC) aus Westpoint hat sich gründlich mit den Finanzstrukturen des Haqqani-Netzwerkes auseinandergesetzt und einen Bericht veröffentlicht. Die mit den pakistanischen und afghanischen Taliban sowie mit al-Qaida verbündeten Haqqanis gelten in AfPak als gefährlichste Terrororganisation. Das Haqqani-Netzwerk, das von Vertretern des gleichnamigen Clans geführt wird, soll für die schwersten und aufwendigsten Anschlägen in Afghanistan in den vergangenen Jahren verantwortlich sein. Wie die Taliban entstand das Netzwerk in Pakistan und unterhält dort Ausbildungslager und nutzt die Stammesgebiete im Grenzgebiet als Rückzugsraum. Laut CTC zeigen die Haqqanis nicht nur Talent im Fundraising, um ihren Kampf zu finanzieren, setzen sich auch auf eigene Firmen.

Den Bericht des CTC finden sie hier:

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Obama forciert Drohnenangriffe

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Unter dem Friedensnobelpreisträger Barack Obama fliegt die US-Armee so viele Luftangriffe wie nie zuvor. Die UN warnen vor zivilen Opfern.

Von Hauke Friederichs

Berlin – Sie sind Amerikas Antwort auf den islamistischen Terrorismus: Predator und Reaper. Mit diesen mit Raketen und Bomben bestückten Drohnen machen die Luftwaffe und der Geheimdienst CIA Jagd auf Al Qaida und Taliban. Zunehmend werden die Drohnen nicht mehr nur zur Aufklärung, sondern zu Kampfeinsätzen genutzt. US-Präsident Barack Obama spricht anders als sein Vorgänger George W. Bush nicht von einem „globalen Krieg“ gegen Terror. Aber er ist alles andere als zimperlich. Mit Kampfdrohnen und geheimen Kommandos geht er gegen Amerikas erklärte Staatsfeinde vor, und das auch außerhalb der definierten Kampfzonen Irak und Afghanistan.

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Taliban greifen Regierungsviertel in Kabul an

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Die Taliban haben das Regierungsviertel in Kabul angegriffen. Erst nach 20 Stunden haben afghanische Sicherheitskräfte mit Unterstützung der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) die Lage im Zentrum der afghanischen Hauptstadt unter Kontrolle gebracht. Die Angreifer hatten sich auf einer Baustelle eines Hochhauses verschanzt und zuvor mit einem Selbstmordattentäter und versteckten Bomben für Unruhe im Herzen Kabuls gesorgt. Die afghanische Polizei und Armee, die bald allein für die Sicherheit im Land verantwortlich sein sollen, zeigten sich erneut überfordert. Als Aufständische vor wenigen Wochen ein Hotel in Kabul besetzt hatten, schafften es die afghanischen Sicherheitskräfte ebenfalls nicht allein, das Gebäude zu stürmen.

Die Angreifer, die sich gestern im Rohbau verschanzten, waren anscheinend mit Panzerfäusten und kleinen Mörsern bewaffnet. Sie beschossen auch Botschaften, die ebenfalls in dem Sicherheitsviertel liegen, darunter die amerikanische Vertretung. Zudem sollen sich Sprengstoff dabei gehabt haben. Die afghanische Regierung bezichtigte das Haqqani-Netzwerk, hinter dem Anschlag zu stecken. Die Gruppe gehört zu den Bündnispartnern der Taliban. Letztere bekannten sich zu der Tat.

(Quelle: BBC, Tagesschau)

Heimstatt des Terrorismus

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In Pakistan entstanden die Taliban, Laskar-e-Taiba und zahlreiche weitere Terrorgruppen. Der Staat nutzte lange die Radikalen für seine Ziele – und tut dies noch heute.

Von Hauke Friederichs

Ein Triumph im Kampf gegen den Terrorismus, ein Erfolg für den Westen, so äußerten sich Politiker in den USA und Europa zum Tod von Osama bin Laden. Die pakistanische Regierung hingegen schwieg zunächst beharrlich. Wie hätte sie auch erklären sollen, dass schon wieder ein Topterrorist innerhalb ihrer Grenzen getötet wurde?“

Exporteur des Terrors“, „gefährlichster Staat der Welt“ oder „Herkunft der Taliban“ – Pakistan hat in den vergangenen Jahren viele wenig schmeichelhafte Beinamen verliehen bekommen. Die Tötung Osama bin Ladens am Wochenende in dem Ort Abbottabad rund 150 Kilometer von der Hauptstadt Islamabad entfernt, dürfte den Ruf nicht verbessern. Längst bezichtigt nicht mehr nur Indien den alten Rivalen Pakistan offen, den Terrorismus zu fördern. Auch Afghanistan prangert die Freundschaft der pakistanischen Sicherheitskräfte zu al-Qaida und Taliban an. Die USA kritisieren ihren Verbündeten ebenso wie manche europäische Regierung.

Doch bei Worten blieb es nicht: Der Tod bin Ladens stellt nur den Höhepunkt einer ganzen Reihe von Festnahmen und Tötungen von Kadern des Terrornetzwerkes al-Qaida dar. In Pakistan konnte al-Qaida dadurch stark geschwächt werden und wich zum Teil in den Jemen aus. Der amerikanische Vize-Präsident Joe Biden erklärte im Dezember 2010, dass al-Qaida in Pakistan keine Kraft mehr habe, um einen Anschlag in den USA zu verüben. Das offizielle Kriegsziel aus dem Jahr 2001 war damit erfüllt: Das Terrornetzwerk sollte in der Region keinen sicheren Hafen mehr haben und kein Sicherheitsrisiko für den Westen mehr darstellen.

Doch die Ideologie von al-Qaida ist damit längst nicht tot. Anschläge und Pläne zu Attentaten haben das in den vergangenen Jahren bewiesen. Terrorexperten sprechen von der dritten Generation, die keine zentrale Führung mehr braucht. Die Schwäche der ersten Generation von al-Qaida verhindert keine Terrorakte. Auch, weil in Pakistan andere radikale Gruppen an Einfluss gewannen. Mancher amerikanischer Spitzenmilitär bezeichnet seit kurzem das aus Pakistan stammende Haqqani-Netzwerk als schlimmsten Feind der US-Streitkräfte in Afghanistan. Die Haqqanis, benannt nach einer Großfamilie, kämpfen gemeinsam mit den Taliban und sind mit paschtunischen Stämmen in Afghanistan verwandt.

Nicht nur das Haqqani-Netzwerk entstand in Pakistan. Zahlreiche Terrororganisationen bildeten sich dort – einige wurden mithilfe des Geheimdienstes ISI gegründet, anderen wurde ein sicherer Unterschlupf geboten. Al-Qaida und die afghanischen Taliban bildeten dort ihre Kämpfer aus und tun dies zum Teil immer noch. Andere Gruppen wie Laskar-e-Taiba (LeT), die in Kaschmir gegen die indischen Sicherheitskräfte kämpfen, werden immer noch vom ISI gefördert. Die LeT war für den Anschlag in Mumbai im November 2008 verantwortlich. In dieser „Armee der Gerechten“ war sogar ein aktiver Staatssekretär im Verteidigungsministerium Mitglied. Auch Spitzenbeamte und hochrangige Offiziere fühlen sich der LeT verbunden.

(…)

(Den ganzen Artikel finden Sie auf Zeit Online)

Selbstmordattentäter tötet 27 pakistanische Soldaten

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Ein jugendlicher Selbstmordattentäter hat in der pakistanischen Stadt Mardar in einer Kaserne 27 Rekruten mit in den Tod gerissen. Er sprengte sich am Donnerstag auf dem Paradeplatz einer Militärakademie in die Luft, berichtet die Zeitung New York Times.

Der Attentäter war erst 15 Jahre alt. Er trug die Uniform einer der Akademie benachbarten Schule und löste den Sprengsatz an seinem Körper vor einer Reihe angetretener Kadetten aus.

In den vergangenen Monaten haben extremistische Gruppen wie die pakistanischen Taliban vermehrt Anschläge gegen die Armee verübt. Die Streitkräfte kämpfen im Nordwesten gegen islamistische Organisationen und paschtunische Clans, die dem eigenen Präsidenten und der afghanischen Regierung den Krieg erklärt haben.

(Quelle: New York Times – http://mobile.nytimes.com/article;jsessionid=CF8CB8CEB3B647AA6A724C028F10E88A.w5?a=742734&f=110)

Written by netzreporter

10. Februar 2011 at 08:50

„Wir kämpfen zusammen, wir sterben zusammen“

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Auf Handgranatenwurfweite sei die Bundeswehr am Gegner dran, sagt der deutsche Generalmajor Fritz im Interview. 2011 werde das entscheidende Jahr für Afghanistan.

ZEIT ONLINE: Herr General, in Berlin diskutiert die Politik über das Datum des Abzugs. Ende 2011 könne dieser beginnen, sollte die Sicherheitslage das hergeben, steht im Mandatsentwurf der Bundesregierung. Halten Sie es aus militärischer Sicht für möglich, dass die Zahl der Soldaten reduziert wird?

Generalmajor Hans-Werner Fritz: Ich wünsche mir, dass die Sicherheitslage jeden Tag besser wird. Ausschließen kann ich aber nicht, dass wir noch einige harte Wochen und Monate vor uns haben. Dieses Jahr könnte für Afghanistan das entscheidende werden. Aus militärischer Sicht nähern wir uns einem Kulminationspunkt. Das heißt, wir sind immer noch auf der schwierigen Seite des Berges, wir sind noch nicht auf dem Gipfel. Wenn wir am Ende des Jahres feststellen, dass wir Spielräume haben für eine Truppenreduzierung, dann kann man darüber nachdenken. Am Ende ist das eine politische Entscheidung. Der militärische Rat kann nur sein: Lasst uns sachlich beurteilen, wo wir stehen. Und: wie können wir verhindern, dass das gefährdet ist, was bisher erreicht wurde.

ZEIT ONLINE: Vor Kurzem haben hier in Masar-i-Scharif viele Soldaten ihr Bergfest gefeiert – sie haben die Hälfte ihrer Einsatzzeit hinter sich gebracht. Sie nähern sich dem Ende ihrer Zeit als Kommandeur des Regionalkommandos Nord. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Fritz: Wir haben eine sehr fordernde Zeit hinter uns gebracht, vor allem die Soldaten, die draußen an den Operationen beteiligt waren und noch sind. Ich glaube, dass wir das Jahr 2010 mit einer sehr guten Bilanz abschließen können. Wir haben uns in den zurückliegenden Monaten vor allem um die Provinzen Kundus und Baghlan gekümmert. Dort gab es einige Taliban-Hochburgen. Außerdem verlaufen durch die Region sehr wichtige Straßen, die für die Versorgung von Isaf, aber auch der Zivilbevölkerung von großer Bedeutung sind. Heute sind wir im Norden sehr viel weiter als noch vor einigen Monaten. Wir waren in Gegenden drin, sind drin und werden auch drin bleiben, von denen wir bisher nicht annehmen konnten, dass man dort überhaupt rein kann.

ZEIT ONLINE: Isaf-Kommandeur David Petraeus verfolgt einen Vier-Stufen-Plan. Die Soldaten der Schutztruppe sollen Aufstandsgebiete aufklären, säubern, halten und dann wiederaufbauen. In welcher Phase sind Sie im Norden?

Fritz: Es ist ja Gott sei Dank so, dass nicht überall im Regionalkommando Nord gekämpft wird. Man muss jede Provinz einzeln betrachten. Auch in den Bereichen, wo wir kämpfen, fragen wir uns, bevor wir militärisch agieren, was wir beim zivilen Wiederaufbau machen können. Dazu sprechen wir mit den Leuten und fragen, was sie brauchen. Die Menschen wünschen sich meist sauberes Trinkwasser, Elektrizität, Verkehrsinfrastruktur, Schulen oder eine bessere Gesundheitsfürsorge. Es ist wichtig, dass wir in dem Moment, in dem wir mit militärischen Operationen anfangen, gleichzeitig an den Wiederaufbau denken.

ZEIT ONLINE: Kämpfen und aufbauen – wie geht das gleichzeitig zusammen?

Fritz: Ein Beispiel: Bei einer Operation südwestlich von Kundus haben wir sofort nachdem das Schlimmste vorbei war, mit Aufbauprojekten begonnen. Ein paar Tage nach schweren Gefechten haben Pioniere bereits Stromleitungen verlegt. Das kam bei der Bevölkerung gut an. Sie spüren unmittelbar, dass die Lage mit der Isaf besser für sie wird. Das schließt natürlich nicht aus, dass wir dann auch mit mittel- und langfristigen Projekten weitermachen – etwa dem Straßenbau oder der Errichtung von Schulen.

(…)

Die Fragen stellte Hauke Friederichs

(Das ganze Interview finden Sie auf ZEIT ONLINE: http://mobil.zeit.de/politik/deutschland/2011-01/bundeswehr-interview-fritz)

Westerwelle besucht Pakistan und Afghanistan

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Beide Staaten gehören zu den gefährlichsten Ländern der Welt: Afghanistan, wo seit zehn Jahren eine westliche Allianz die Taliban und Terroristen bekämpft, und Pakistan, wo Taliban und Terroristen der al-Qaida und anderer Gruppen gegen die Regierung kämpfen.  Außenminister Guido Westerwelle besuchte am Wochenende die Region, die Afpak genannt wird, weil die Probleme beider Länder nicht mehr getrennt betrachtet werden können. Der Außenminister traf jeweils die Staatschefs in Islamabad und Kabul.

Spiegel Online fasst die Reise zusammen: „Das Leben als Außenminister kann ganz schön trostlos sein. Erst bummelte Guido Westerwelle stundenlang mit dem Mini-Bus durch Pakistan. Nun muss er in Kabul auch noch den Mann besuchen, der Diplomaten regelmäßig zur Verzweiflung treibt: den afghanischen Präsidenten Hamid Karzai.“

Hier finden Sie den Bericht von Spiegel Online.