Terror-Blog

Vernetzte Sicherheit, Steitkräfte, Internationale Politik

Archive for the ‘Somalia’ Category

Für ein paar hundert Dollar

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In Hamburg versucht das Landgericht in einem endlosen Prozess gegen zehn Somalier zu erfahren, was sie angetrieben hat. Lange tappt es im Dunkeln. Bis es einem der Angeklagten zu bunt wird.

Von Hauke Friederichs

Ein Schlüssel dreht sich im Schloss, die schwere Holztür springt auf, und neun Männer werden nacheinander in den Saal 337 des Hamburger Landgerichts geführt. Sie haben die Köpfe gesenkt, sie kennen das alles schon, den schmucklosen Saal, die vielen Tische, an denen sie als Angeklagte Platz nehmen werden und an denen ihre Verteidiger bereits auf sie warten. An 77 Verhandlungstagen zuvor haben sie es nicht anders erlebt. Doch diesmal wirken sie ernster, angespannter.

Einer folgt den anderen Männern mit einigem Abstand. Er wird von zwei Justizvollzugsbeamten bewacht. Sie eskortieren ihn. Abdul Khalief-Diir heißt der schmale Mann, auf dessen Schutz das Gericht heute besonders achtet.

Written by netzreporter

11. August 2012 at 11:29

Schwere Kämpfe in Somalia

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Heftige Kämpfe sind in der Stadt Galkayo in Zentralsomalia ausgebrochen. Kämpfer der selbst proklamierten autonomen Region Puntland sollen nach Meldungen der Nachrichtenagentur AFP mit Milizen aneinandergeraten seien als sie nach Islamisten suchten. Zahlreiche Zivilisten seien dabei getötet worden, berichtet Ärzte ohne Grenzen.

In einem Krankenhaus im Norden der geteilten Stadt, das von Ärzte ohne Grenzen unterstützt wird, seien 60 Verwundete behandelt worden. In einer weiteren Klinik im Süden von Galkayo seien 20 Verwundete versorgt worden. Die Kämpfe hätten bis jetzt mindestens 18 Todesopfer gefordert.

(AFP, Ärzte ohne Grenzen)

Written by netzreporter

3. September 2011 at 13:34

Lektüre-Tipp: Kampf um Symbole

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Hubschrauber spielten schon im Krieg der Sowjets gegen die afghanischen Mudschahedin eine große Rolle – die Aufständischen schossen zahlreiche russische Maschinen Dank der von den Amerikanern gelieferten Stinger-Raketen ab. Im Vietnam-Krieg retteten die US-Truppen mit einem Helikopter die letzten Amerikaner aus der belagerten Botschaft. Die Supermacht auf der Flucht vor dem Vietcong – das Bild ging um die Welt. In Somalia begann der Abzug der westlichen Blauhelmtruppe mit dem Absturz eines Black Hawks. Und auch im aktuellen Afghanistan-Krieg spielen Helikopter eine wichtige Rolle.

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Amerikanische Drohne feuert auf al-Shabab-Miliz

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Eine amerikanische Drohne hat einen Konvoi in Südsomalia attackiert um zwei Anführer der islamistischen Miliz al-Shabab auszuschalten. Al-Shabab unterhält enge Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida und ist für Anschläge in Uganda und anderen ostafrikanischen Staaten verantwortlich.

Bei dem Luftangriff in der vergangenen Woche wurden die beiden al-Shabab-Anführer verletzt. Aus dem Pentagon erfuhr die Washington Post, dass der Angriff wegen der Übergriffe von al-Shabab auf Ziele in Nachbarländern unternommen wurde.

Die USA setzen ihre Drohnen bereits in Pakistan und Jemen zur Terroristenjagd ein, in Libyen sollen sie damit die Rebellen unterstützen haben, über Iran dienen sie der Informationsgewinnung. Das Regime in Teheran brüstet sich, mehrfach US-Drohnen abgeschossen zu haben.

Somalia gilt neben Jemen als neue Rückzugsbasis von al-Qaida. Al-Shabab hatte dort zuletzt mehrere Regionen erobert.

(Quelle: http://www.washingtonpost.com/national/national-security/us-drones-target-two-leaders-of-somali-group-allied-with-al-qaeda/2011/06/29/AGJFxZrH_story.html)

Written by netzreporter

30. Juni 2011 at 07:51

Zahl der Woche – Kleinkinder werden Opfer im somalischen Bürgerkrieg

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Woche 22/2011

Zahl der durch Waffen verursachten registrierten Verletzungen in Somalias Hauptstadt Mogadischu im Mai 2011: 1,590

Davon Opfer im Alter von unter fünf Jahren: 735

Das entspricht in Prozent: 46

(Quelle: Die Weltgesundheitsorganisation WHO)

Written by netzreporter

1. Juni 2011 at 18:34

Heimstatt des Terrorismus

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In Pakistan entstanden die Taliban, Laskar-e-Taiba und zahlreiche weitere Terrorgruppen. Der Staat nutzte lange die Radikalen für seine Ziele – und tut dies noch heute.

Von Hauke Friederichs

Ein Triumph im Kampf gegen den Terrorismus, ein Erfolg für den Westen, so äußerten sich Politiker in den USA und Europa zum Tod von Osama bin Laden. Die pakistanische Regierung hingegen schwieg zunächst beharrlich. Wie hätte sie auch erklären sollen, dass schon wieder ein Topterrorist innerhalb ihrer Grenzen getötet wurde?“

Exporteur des Terrors“, „gefährlichster Staat der Welt“ oder „Herkunft der Taliban“ – Pakistan hat in den vergangenen Jahren viele wenig schmeichelhafte Beinamen verliehen bekommen. Die Tötung Osama bin Ladens am Wochenende in dem Ort Abbottabad rund 150 Kilometer von der Hauptstadt Islamabad entfernt, dürfte den Ruf nicht verbessern. Längst bezichtigt nicht mehr nur Indien den alten Rivalen Pakistan offen, den Terrorismus zu fördern. Auch Afghanistan prangert die Freundschaft der pakistanischen Sicherheitskräfte zu al-Qaida und Taliban an. Die USA kritisieren ihren Verbündeten ebenso wie manche europäische Regierung.

Doch bei Worten blieb es nicht: Der Tod bin Ladens stellt nur den Höhepunkt einer ganzen Reihe von Festnahmen und Tötungen von Kadern des Terrornetzwerkes al-Qaida dar. In Pakistan konnte al-Qaida dadurch stark geschwächt werden und wich zum Teil in den Jemen aus. Der amerikanische Vize-Präsident Joe Biden erklärte im Dezember 2010, dass al-Qaida in Pakistan keine Kraft mehr habe, um einen Anschlag in den USA zu verüben. Das offizielle Kriegsziel aus dem Jahr 2001 war damit erfüllt: Das Terrornetzwerk sollte in der Region keinen sicheren Hafen mehr haben und kein Sicherheitsrisiko für den Westen mehr darstellen.

Doch die Ideologie von al-Qaida ist damit längst nicht tot. Anschläge und Pläne zu Attentaten haben das in den vergangenen Jahren bewiesen. Terrorexperten sprechen von der dritten Generation, die keine zentrale Führung mehr braucht. Die Schwäche der ersten Generation von al-Qaida verhindert keine Terrorakte. Auch, weil in Pakistan andere radikale Gruppen an Einfluss gewannen. Mancher amerikanischer Spitzenmilitär bezeichnet seit kurzem das aus Pakistan stammende Haqqani-Netzwerk als schlimmsten Feind der US-Streitkräfte in Afghanistan. Die Haqqanis, benannt nach einer Großfamilie, kämpfen gemeinsam mit den Taliban und sind mit paschtunischen Stämmen in Afghanistan verwandt.

Nicht nur das Haqqani-Netzwerk entstand in Pakistan. Zahlreiche Terrororganisationen bildeten sich dort – einige wurden mithilfe des Geheimdienstes ISI gegründet, anderen wurde ein sicherer Unterschlupf geboten. Al-Qaida und die afghanischen Taliban bildeten dort ihre Kämpfer aus und tun dies zum Teil immer noch. Andere Gruppen wie Laskar-e-Taiba (LeT), die in Kaschmir gegen die indischen Sicherheitskräfte kämpfen, werden immer noch vom ISI gefördert. Die LeT war für den Anschlag in Mumbai im November 2008 verantwortlich. In dieser „Armee der Gerechten“ war sogar ein aktiver Staatssekretär im Verteidigungsministerium Mitglied. Auch Spitzenbeamte und hochrangige Offiziere fühlen sich der LeT verbunden.

(…)

(Den ganzen Artikel finden Sie auf Zeit Online)

Mehr Identifikationsfigur als Führer

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Der getötete Osama bin Laden war für das Operative bei al-Qaida nicht mehr zuständig: Die wichtigsten Fragen zum Anti-Terror-Kampf, Pakistan, Afghanistan und al-Qaida.

Von Hauke Friederichs und Steffen Richter

Was bedeutet der Tod bin Ladens für al-Qaida?

Osama bin Laden war seit dem 11. September 2001 auf der Flucht. Nur noch sporadisch wandte er sich in Video- und Audiobotschaften an seine Anhänger und an die westliche Welt – zuletzt im Oktober 2010. Damals rief er die Gläubigen zu Viehzucht und Ackerbau auf, um die Abhängigkeit vom westlichen Ausland zu verringern. Einen Aufruf zu Anschlägen gab es darin nicht.

Bereits 2009 sagten amerikanische Sicherheitsexperten, al-Qaida sei durch Luftschläge mit Drohnen in Pakistan und durch das Einfrieren von Konten stark geschwächt. Das gilt aber nur beschränkt für die zahlreichen Ableger des Netzwerkes wie al-Qaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) oder al-Qaida auf der arabischen Halbinsel. Diese Gruppen werden regional organisiert und nicht von der Al-Qaida-Führung in Pakistan. Al-Qaida verliert mit bin Laden eine Inspirationsquelle, eine Werbefigur für die Rekrutierung von neuen Attentätern. Die Propagandaabteilung von al-Qaida wird aber sehr wahrscheinlich nun mit dem vermeintlichen Märtyrer bin Laden um neue Kämpfer und Unterstützer werben.

Ist al-Qaida abhängig von einer Führerfigur?

Al-Qaida ist mehr eine Idee, eine Ideologie, der sich einzelne Gruppen zugehörig fühlen, als eine schlagkräftige Organisation. Organisationen wie die Islamische Dschihad-Union (IJU), in der auch deutsche Kämpfer aktiv sind, führen einen eigenen Kampf und arbeiten mit al-Qaida und ihren Ablegern zusammen, wenn die IJU neue Kämpfer oder finanzielle Unterstützung braucht. Bin Ladens Rolle war in den vergangenen Jahren eher die einer Identifikationsfigur für neue Terroristen als die eines Führers. Der nigerianische Student Umar Farouk Abdulmutallab, der an Weihnachten vor zwei Jahren ein Passagierflugzeug über Detroit mit Sprengstoff zum Absturz bringen wollte, bekam seine Anweisungen nicht von bin Laden, sondern von Terrorführern im Jemen. Bin Laden und sein Stellvertreter Aiman al-Sawahiri hatten mit dem eigenen Überleben in den vergangenen Jahren genug zu tun, das operative Geschäft übernahmen andere.

Wieso lebte bin Laden jahrelang in Pakistan, ohne dass er festgenommen wurde?

Unter Sicherheitsexperten galt es als sicher, dass bin Laden nicht nur von lokalen Stammesführern, sondern auch von Angehörigen des pakistanischen Geheimdienstes geschützt wurde. US-Politiker beklagen seit Langem die fehlende Bereitschaft der pakistanischen Sicherheitsbehörden, gegen islamistische Gruppen im eigenen Land vorzugehen. Irgendjemand in der pakistanischen Regierung müsse sein Versteck kennen, hatte US-Außenministerin Hillary Clinton noch im Juli 2010 bei einem Besuch in Islamabad gesagt. Den pakistanischen Taliban etwa erklärte die Regierung erst den Krieg, als die Extremisten das Swat-Tal besetzten und die Hauptstadt Islamabad bedrohten. Andere radikale Gruppen dürfen offen für den Dschihad werben und Spenden sammeln, die auch al-Qaida zugute kommen. Dazu gehört die Bewegung Lashkar-e-Taiba (LeT), die von der USA und der UN als al-Qaida nahestehende Terrorgruppe eingestuft wird. In der LeT sind auch hochrangige Beamte und Militärs Mitglied.

Warum wurde bin Laden erschossen?

Die offizielle Darstellung der amerikanischen Regierung ist, dass Osama bin Laden bei einem Feuergefecht getötet wurde. Der Einsatz auf dem großen Anwesen in Abbottabad dauerte demnach 40 Minuten. Anscheinend haben sich der Terror-Chef und die Leibwächter heftig zur Wehr gesetzt. Allerdings meldeten amerikanische Medien, dass bin Laden durch einen Kopfschuss starb, was auf einen gezielte Aktion hindeuten kann und in Online-Foren und Artikel-Kommentaren schnell zu heftigen Diskussionen über den Einsatz führte. Frithjof Schmidt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, fordert daher: „Die Umstände der militärischen Aktion sollten von den USA rückhaltlos transparent gemacht werden, um jeder Legendenbildung vorzubeugen.“

(Den ganzen Artikel finden Sie auf ZEIT ONLINE – http://mobil.zeit.de/politik/ausland/2011-05/osama-bin-laden-hintergrund)