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Archive for the ‘Krieg der Zukunft’ Category

Obama forciert Drohnenangriffe

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Unter dem Friedensnobelpreisträger Barack Obama fliegt die US-Armee so viele Luftangriffe wie nie zuvor. Die UN warnen vor zivilen Opfern.

Von Hauke Friederichs

Berlin – Sie sind Amerikas Antwort auf den islamistischen Terrorismus: Predator und Reaper. Mit diesen mit Raketen und Bomben bestückten Drohnen machen die Luftwaffe und der Geheimdienst CIA Jagd auf Al Qaida und Taliban. Zunehmend werden die Drohnen nicht mehr nur zur Aufklärung, sondern zu Kampfeinsätzen genutzt. US-Präsident Barack Obama spricht anders als sein Vorgänger George W. Bush nicht von einem „globalen Krieg“ gegen Terror. Aber er ist alles andere als zimperlich. Mit Kampfdrohnen und geheimen Kommandos geht er gegen Amerikas erklärte Staatsfeinde vor, und das auch außerhalb der definierten Kampfzonen Irak und Afghanistan.

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„Man kann einen Krieg nicht mit Transportfahrzeugen führen“

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Die Lage in Afghanistan hat sich verbessert, sagt der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus. Die Sicherheit der Soldaten dürfe nun aber nicht dem Sparzwang zum Opfer fallen.

ZEIT ONLINE: Herr Königshaus, als sie vor acht Monaten das Amt des Wehrbeauftragten antraten, gab es Kritik an ihrer Wahl. Ihr Vorgänger, Reinhold Robbe von der SPD, wurde sogar von CDU-Politikern aufgefordert, erneut zu kandidieren. Nun wurden Sie in von allen Bundestagsfraktionen mit Lob überschüttet, weil Sie gleich mehrere Probleme in der Truppe offenlegten. Überrascht Sie das?

Hellmut Königshaus: Das Lob zeigt mir, dass einigen aufgefallen ist, dass ich mein Amt so ausfülle, wie es mancher vielleicht vorher nicht erwartet hat. Ich warte nicht nur, dass mich Beschwerden erreichen. Ich gehe gerade in die Bereiche hinein, aus denen ich nichts höre.

ZEIT ONLINE: Welche Bereiche der Bundeswehr meinen Sie damit?

Königshaus: Es gibt Einheiten, in denen es, vorsichtig gesagt, nicht üblich ist, sich an den Wehrbeauftragten zu wenden. Gerade bei den Truppenteilen, die sich als Elite fühlen, ist das gelegentlich so. Wer sich nicht einfügen kann, ist zu schwach für uns, heißt es dann. Für den Einzelnen kann das dann sehr belastend sein.

ZEIT ONLINE: Ihre besondere Aufmerksamkeit scheint den Soldaten in Afghanistan zu gelten.

Königshaus: Ja, drei bis vier Mal pro Jahr möchte ich unsere Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan besuchen. Ich komme auch gerade aus Kundus und Masar-i-Scharif wieder. Solche Besuche sind wichtig, um mit den Soldaten zu sprechen und ein realistisches, ungeschminktes Bild von der Lage zu bekommen. So kam auch die Geschichte mit der geöffneten Feldpost heraus.

ZEIT ONLINE: Die Feldpost-Affäre war das wohl spektakulärste Ergebnis ihrer Reise. Was haben Sie sonst aus Afghanistan mitgenommen?

Königshaus: Eine Erkenntnis ist, dass sich im deutschen Mandatsgebiet die Sicherheitslage durch die Arbeit unserer Soldaten verbessert hat. Vor meinem Amtsantritt hatte ich auf die ungenügende Ausrüstung der Soldaten in Afghanistan hingewiesen – und wurde dafür heftig kritisiert. Nun hat sich gezeigt, dass ich damals Recht hatte.

ZEIT ONLINE: Sie forderten damals auch den Einsatz des schweren Kampfpanzers Leopard 2, der aber noch nicht in Afghanistan genutzt wird.

Königshaus: Der Leopard 2 war damals nur ein Beispiel unter vielen, das ich gebracht habe. Ich hatte auch mehr Schützenpanzer vom Typ Marder gefordert, und dazu ist es ja gekommen. Und die Amerikaner unterstützen uns inzwischen zudem mit ihren Hubschraubern. Außerdem haben wir mittlerweile mit der Panzerhaubitze 2000 ein viel schwereres Kaliber, als den Leopard 2 in Afghanistan stationiert. Die Soldaten begrüßen die Artillerie sehr, sie fühlen sich sicherer, wenn sie in deren Radius operieren.

ZEIT ONLINE: In Deutschland wurde die Entsendung der schweren Geschütze und das härtere Vorgehen kritisiert.

Königshaus: Nicht von allen. Es ist aber eine Tatsache, dass sich die Lage dank des robusteren Vorgehens stark verbessert hat. Und die Soldaten sind auch zufriedener. Für sie gibt es nichts Schlimmeres, als wenn sie sich ständig „einigeln“ müssen. Es ist doch so: Wenn  man sagt, der Einsatz der Bundeswehr sei wie im Krieg, dann braucht die Truppe auch Waffen wie im Krieg. Man kann einen Krieg nicht mit Transportfahrzeugen führen.

(…)

Die Fragen stellte Hauke Friederichs

(Das ganze Interview finden Sie auf ZEIT ONLINE)

Probleme, wohin das Ministerauge blickt

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Deutsche Soldaten in Kundus

Deutsche Soldaten in Kundus / Foto: Hauke Friederichs

Sparpläne, Afghanistan, Kindersoldaten: Wohin Guttenberg auch kommt, muss er sich rechtfertigen. Eine Sommerreise in Zeiten leerer Kassen und eines komplizierten Kriegs.

Von Hauke Friederichs

Das blaue Auto fährt mit hoher Geschwindigkeit auf das Lager zu. Soldaten am Tor schießen mit ihren Sturmgewehren erst in die Luft, dann auf das Fahrzeug. Doch der Kleinwagen rast weiter. Von einem Wachturm aus schickt ein Maschinengewehr-Schütze zahlreiche Salven in Richtung des Autos. Das fährt gegen eine Sandbarriere, es gibt einen Knall. Rauch steigt auf. Ein Offizier brüllt Befehle. Soldaten laufen vor, gehen hinter Sandsäcken in Deckung.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg schaut interessiert zu. Er hält sich an einem Schild fest, auf dem steht: „Ausbildungszentrum. Grundlagenausbildung Luftwaffe. Betreten der Ausbildungsstätte verboten“. Der Minister besucht auf seiner Sommerreise den Standort Germersheim im Süden von Rheinland-Pfalz. Dort werden Objektschutzkräfte der Luftwaffe ausgebildet. Die Bundeswehr hat einen Kontrollpunkt nachgebaut, der in Afghanistan und anderen möglichen Einsatzgebieten vor Feldlagern und Flugplätzen stehen könnte. Die Soldaten lernen hier, Fahrzeuge und Personen nach Sprengstoff zu durchsuchen, wie bei Beschuss zu reagieren ist oder was zu tun ist, wenn Einheimische auf das Camp zulaufen. Ob jemand Terrorist oder Hilfesuchender ist, wer kann das in Afghanistan schon sagen?

Was die Soldaten während der Übung brüllen, versteht Guttenberg nicht. Die Männer kommen aus Armenien und werden von der Bundeswehr für ihren Afghanistan-Einsatz vorbereitet. Sie sollen bald gemeinsam mit Deutschen den Flugplatz im nordafghanischen Kundus bewachen, der direkt neben dem deutschen Feldlager liegt. Mittlerweile gehören 47 Nationen zur Isaf. Doch mit kleineren Staaten wie Armenien wird die Isaf nicht den Rückzug von großen Truppenstellern ausgleichen können: Die Niederlande beginnen in diesem Monat mit dem Abzug, Kanada folgt im kommenden Jahr, Polen will dann ebenfalls die ersten Soldaten nach Hause holen. Und auch Deutschland, sagt Guttenberg, könnte 2011 damit beginnen, Soldaten abzuziehen.

Die Sicherheitskonferenz in Kabul hat zu Beginn der Woche eine Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen bis 2014 beschlossen. Auch das ist in Germersheim Thema. Guttenberg sagt, dass die Übergabe nur geschehen kann, wenn eine Reihe von „Benchmarks“ erreicht werden würden. Welche das sind, verrät er nicht.

(Mehr auf ZEIT ONLINE)

Krieger der Zukunft?

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Die Amerikaner machen es mit ihren Drohnen vor. In Pakistan, Somalia, Afghanistan und im Jemen werden Feinde aus der Luft mit Raketen bekämpft, ohne dass ein einziger eigener Soldat ins Kampfgeschehen eingreifen muss. Sind die ferngelenkten, umbemannten Flugzeuge die Vorboten eines Kriegs der Zukunft?

In der ZEIT sagt die Technikphilosophin Jutta Weber „Nein“. Das lesenswerte Interview ist auch auf ZEIT ONLINE zu finden:

„Digitale Kriegsmaschinerie“

DIE ZEIT: Wäre ein reiner Roboterkrieg denkbar, ohne einen einzigen Soldaten an der Front?

Jutta Weber: Das ist der unrealistische Traum der Militärs, der Stand der Technik ist ein anderer. Zudem führt der Einsatz bewaffneter Drohnen zu extrem hohen Verlusten in der Zivilbevölkerung. Man muss überlegen, was das für den Gegner bedeutet. Das US-Militär beginnt erst langsam zu verstehen, wie etwa in Pakistan der immer häufigere Einsatz von Drohnen die Bevölkerung zunehmend radikalisiert.

(Mehr auf ZEIT ONLINE)

Written by netzreporter

6. Juli 2010 at 09:00

Veröffentlicht in Krieg, Krieg der Zukunft, Rüstung

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