Terror-Blog

Vernetzte Sicherheit, Steitkräfte, Internationale Politik

Archive for the ‘Bücher’ Category

Wie starb bin Laden wirklich?

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In dem Buch No Easy Day schildert ein früheres Mitglied der amerikanischen Spezialeinheit Navy Seals wie angeblich der Einsatz gegen den al-Qaida-Chef Osama bin Laden ablief. Der Autor, der unter einem Pseudonym schreibt, sei bei der Stürmung von bin Ladens Haus in Pakistan dabei gewesen, heißt es beim Verlag. Seine Schilderung der Ergeignisse weicht stark von der offiziellen Darstellung des Weißen Hauses ab. Aus dem Buch gehe hervor, „dass Bin Laden unbewaffnet und bereits tot gewesen war, als die Eliteeinheit der Navy Seals sein Schlafzimmer in Abottabad betraten“, schreibt ZEIT ONLINE. In den USA haben Medien bereits den echten Namen des ehemaligen Elitesoldaten enthüllt. Das Online-Magazin Huffington Post hat zudem ausführlich über die Hintergründe von No Easy Day und seines Verfassers berichtet. Zurzeit entstehen Filme und weitere Bücher über den Tod bin Ladens – in den kommenden Monaten dürften weitere Theorien und Gerüchte aufkommen, wie der einst meistgesuchte Mann der Welt ums Leben kam – oder gebracht wurde.

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Diplomat in Uniform

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Der neue Isaf-Kommandeur soll in Afghanistan seinen Irak-Erfolg wiederholen

Von Hauke Friederichs

Auf Fotos schaut er, wie man sich einen amerikanischen Marine vorstellt: ernst, entschlossen, kompromisslos. John R. Allen, General der US-Marineinfanterie und neuer Kommandeur der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf), gehört dabei nicht zu den Haudraufs des amerikanischen Militärs. Er gilt als gewiefter Stratege, als Diplomat in Uniform und zählt nach den Einschätzungen der US-Medien zu den herausragenden Köpfen der Generalität. Als Kommandeur der Isaf übernimmt er nun die schwierigste Aufgabe, die das amerikanische Militär derzeit zu vergeben hat. Er soll den Abzug der US-Truppen vom Hindukusch bis 2014 möglich machen, ohne dass Afghanistan im Chaos versinkt.

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Zahl der Woche – Amerikanische Spezialeinheiten

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Woche 50./2010

Anzahl der Länder, in die das Special Operations Command der US-Streitkräfte im Kampf gegen den Terror Sondereinheiten entsandt hat: 20

Zahl der Soldaten bei US-Spezialeinheiten: 53.000

Geschätzter Etat der Special Forces im Jahr 2007 in $: 8 Milliarden

(Quelle: Wiliam R. Polk: Aufstand. Widerstand gegen Fremdherrschaft: vom amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bis zum Irak, Hamburger Edition, Hamburg 2009.)

Written by netzreporter

15. Dezember 2010 at 15:13

Lernen vom Vietnam-Desaster

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Aus der Vergangenheit lernen: Welche Lehren die US-Armee aus der misslungenen Aufstandsbekämpfung im Vietnam-Krieg ziehen will.

Von Hauke Friederichs, Hanoi

Die Spuren des Vietnam-Krieges sind noch zu sehen, sagt der deutsche Entwicklungshelfer. Nicht mehr in den großen Städten Hanoi oder Ho-Chi-Minh-Stadt, das vor dem Krieg noch Saigon hieß. Aber noch immer, 35 Jahre nach dem Ende der Kampfhandlungen, würden Kinder auf dem Land missgebildet zur Welt kommen. Grundwasser und Böden seien in manchem Gebiet immer noch von chemischen Waffen wie Agent Orange verseucht, die amerikanische Hubschrauber zur Entlaubung versprühten.

Der Krieg hat Vietnam gezeichnet. In der Gesellschaft, die nach vorne strebt, wo die Menschen kämpfen, damit es ihnen und ihren Kindern einmal besser geht, wird kaum über die Vergangenheit gesprochen. „Der Krieg ist in Vietnam nicht aufgearbeitet“, sagt ein Deutscher, der seit Jahren in Hanoi lebt. In Amerika hingegen haben Offiziere ihre Schlüsse aus dem Krieg gezogen. Der aktuelle Befehlshaber der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf), General David Petraeus, hat seine Doktorarbeit über die Lehren aus Vietnam an der renommierten Universität Princeton geschrieben. 2006 erschien ein neues Feldhandbuch der US-Army (Heer) und der Marines (Marineinfanterie) von Petraeus und anderen Autoren zu dem Thema.

An den Militärschulen gehört die Aufstandsbekämpfung längst wieder zum Lehrplan. Lernen sollen die jungen Offiziere vor allem aus dem Kampf gegen den Vietcong – aus den Fehlern, die damals gemacht wurden. Eine Studie von Colonel Harry Summers Junior, der im Gegensatz zu Petraeus selber in Vietnam kämpfte, gehört mittlerweile zum Standardwerk: American Strategy in Vietnam. A Critical Analysis erschien erstmals 1981 und wurde mehrfach neu aufgelegt, zuletzt im Jahr 2007.

Summers beschäftigte die Frage, wie dieser Krieg verloren werden konnte. Er beginnt seine Analyse mit einem Gesprächsauszug: „Sie wissen, dass Sie uns nie auf dem Schlachtfeld geschlagen haben“, sagte Summers im April 1975 zu einem vietnamesischen Offizier. „Das kann so sein“, antwortet dieser, „doch das ist doch irrelevant.“

Der Amerikaner gibt dem Vietnamesen Recht. Summers schildert eine Anekdote, die in den siebziger Jahren unter Militärs die Runde machte: Statistiker des Pentagon hätten die Anzahl der Soldaten, der Flugzeuge, Panzer und Kriegsschiffe der USA und der Nordvietnamesen in einen Computer eingegeben – dazu die Bevölkerungsgröße, Wirtschaftswachstum und industrielle Produktion. Dann fragten sie den Computer: „Wann werden wir gewinnen.“ Die Maschine brauchte nur einen Moment, um zu antworten: „Sie haben bereits 1964 gewonnen.“ In diesem Jahr begann der Vietnamkrieg aus amerikanischer Sicht, als ein US-Zerstörer im Golf von Tonkin beschossen wurde. Elf Jahre später zeigte sich, dass weder die Zahl der Soldaten, noch der Flugzeuge für den Sieg entscheidend waren.

Fast eine Million amerikanische Soldaten waren zum Höhepunkt des Krieges in Vietnam im Einsatz. Die amerikanische Armee war ihrem Gegner, dem Vietcong, militärisch in allen Bereichen überlegen. US-Kampfjets griffen nahezu unbehelligt Ziele in Nordvietnam, Kambodscha und Laos an – der Himmel gehörte den Amerikanern. Und doch verloren die US-Truppen in Vietnam. Ein Trauma für die Supermacht. Seitdem wurde Vietnam zum stehenden Begriff: Die Russen erlebten ihr Vietnam in Afghanistan, hieß es. Die USA standen im Irak kurz vor ihrem zweiten Vietnam, schrieben viele Publizisten. Und auch der Kampf gegen den Terror in Afghanistan wird mit der Niederlage von Vietnam verglichen.

Bestehen tatsächlich Parallelen zwischen den Kriegen im Dschungel und am Hindukusch? In beiden Kriegen kämpfen reguläre Soldaten gegen Aufständische, die in der Regel offene Schlachten meiden und sich unter der Bevölkerung verstecken. Und in beiden Konflikten nutzen die Gegner Rückzugsräume in Nachbarländern. Der Vietcong floh vor den amerikanischen Truppen nach Nordvietnam. Die USA schickten keine Divisionen in den sozialistischen Norden, weil sie eine Kriegsbeteiligung Chinas befürchteten. Und am Hindukusch sieht die Lage ähnlich aus: Die Taliban nutzen Pakistan als Rückzugsgebiet. Das amerikanische Militär und der Auslandsgeheimdienst CIA setzen Drohnen ein, um Aufständische und Terroristen in Pakistan zu liquidieren. Dennoch sickern immer wieder Kämpfer über die Grenze ein. Nicht nur deswegen sagen hohe Offiziere, dass der Krieg nicht militärisch gewonnen werden könne. Das ist eine der wichtigsten Lehren aus Vietnam.

(…)

(Mehr auf ZEIT ONLINE)

Die Fronten sind überall

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Buchtipp – Antonia Rados: Die Fronten sind überall

Nicht brandneu, aber sehr lesenswert ist das Buch der TV-Journalistin Antonia Rados „Die Fronten sind überall. Aus dem Alltag der Kriegsreportage“.

Rados schreibt über ihre Arbeit unter anderen in Afghanistan,  Bosnien und im Irak. Am Hindukusch war sie bereits 1980, kurz nachdem die Russen einmarschiert waren. 

Die 57-Jährige bereist immer noch Krisengebiete. Ich habe sie im Feldlager Kundus getroffen – wie ein Adrenalinjunkie wirkt sie nicht, dennoch fesseln sie Kriege so stark, dass sie seit 30 Jahren von Konflikt zu Konflikt reist. „Wir sehen meiner Meinung nach nicht zu viel von Kriegen, eher ist das Gegenteil der Fall“, schreibt Rados. „Es ist eine empirische Tatsache, dass es mehr Kriege als Berichterstattung über Kriege gibt. Anders gesagt: Die meisten Kriege laufen unterhalb unseres Radarschirms der Aufmerksamkeit ab.“

Die Texte in dem Buch entstanden im Rahmen einer Vorlesung, die Rados an der Universität Wien am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft hielt. Sie setzt sich damit auseinander, was Kriegsreportage kann, wo die Grenzen für Journalisten liegen und wie der asymmetrische Krieg die Berichterstattung verändert hat.

Der Vietnamkrieg sei der letzte Fernsehkrieg gewesen. Aus der meist negativen Berichterstattung aus dem Gemetzel in Asien zogen die Militärs ihre Schlüsse – „denn von da an wurden Reporter von den jeweiligen Armeen gegängelt“, analysiert Rados. Und einige Seiten weiter: „Natürlich hatten Armeen schnell gelernt, die Öffentlichkeit für ihre Zwecke zu gewinnen, indem sie Reporter manipulierten und so weit wie möglich vom Geschehen fernhielten.“ Das Verhältnis zwischen Kriegsparteien und Reportern beschäftigt Rados. Wie weit dürfen Journalisten den Informationen der Taliban trauen? Die Kommandeure und Pressesprecher der Aufständischen in Afghanistan verfügen über Satellitentelefon und Internetzugang. Sie sind leicht erreichbar – doch was man als Journalist, wenn einem Fotos von einem angeblichen Massaker aus einem Dorf zugespielt werden?

Auf viele Fragen gibt Rados keine allgemeingültige Antworten. Sie berichtet, wie sie sich verhalten hat. „Die Fronten sind überall“ ist spannende Lektüre, die nur für Kriegsreporter oder solche, die es werden wollen.

Antonia Rados: Die Fronten sind überall. Aus dem Alltag der Kriegsreportage, Picus Verlag Wien, 2009.

Written by netzreporter

23. September 2010 at 08:12

Erster Pop-Roman über deutsche Veteranen

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Pop-Roman über Veteranen? Der Blumenbar Verlag über "Deutscher Sohn"

Pop-Roman über Veteranen? Der Blumenbar Verlag über "Deutscher Sohn"

Der erste „Pop-Roman“ (Süddeutsche Zeitung) über Veteranen des deutschen Afghanistan-Einsatzes erscheint am 4. September im Münchner Blumenbar Verlag. Die Autoren, Ingo Niermann und Alexander Wallasch, beschreiben in „Deutscher Sohn“ das Schicksal eines traumatisierten und schwer verwundeten Soldaten.

„Es ist der erste große Roman über deutsche Afghanistan-Heimkehrer“, schreibt SZ-Autor Christopher Schmidt im Ressort Wochenende. „Und es könnte ein neues Kapitel in der deutschen Gegenwartsliteratur aufschlagen, die sich nun mit etwas beschäftigen muss, von dem hierzulande lange nichts zu lesen war: einem real existierendem Krieg, an dem Deutsche beteiligt sind und in dem Deutsche sterben.“

Wer die Ankündigung des Verlages liest ahnt , dass der Roman nicht unumstritten sein wird – das er viele Menschen, gerade auch betroffene Soldaten provozieren wird: „Der invalide Afghanistanheimkehrer Toni lebt mit einer offenen Wunde im ehemaligen Zonenrandgebiet Niedersachsens. Sein Tagesablauf wird bestimmt von Verbandswechseln und schmerzlindernden Opiaten, Web-Porno, Traumatherapie und psychedelischen Alpträumen“, umreißt der Verlag die Handlung.  Und weiter: „Sein Leben ändert sich, als er die 19-jährige Helen kennenlernt, und sie sich gemeinsam in immer extremeren Sextechniken erproben. Zugleich wird er von einer heidnischen Sekte zum Heilsbringer erklärt.“

Das klingt nach einer Mischung aus im „Westen nichts Neues“ und „Trainspotting“, verrührt mit Elementen aus der Titanic, „Das Letzte“ aus der taz und aus den Filmen von Monty Python. Ob mit dieser skurrilen Handlung tatsächlich ein großer Roman gelingen kann – ich zweifle und bin gespannt.

Written by netzreporter

31. August 2010 at 05:59