Terror-Blog

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Archive for the ‘Marines’ Category

Diplomat in Uniform

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Der neue Isaf-Kommandeur soll in Afghanistan seinen Irak-Erfolg wiederholen

Von Hauke Friederichs

Auf Fotos schaut er, wie man sich einen amerikanischen Marine vorstellt: ernst, entschlossen, kompromisslos. John R. Allen, General der US-Marineinfanterie und neuer Kommandeur der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf), gehört dabei nicht zu den Haudraufs des amerikanischen Militärs. Er gilt als gewiefter Stratege, als Diplomat in Uniform und zählt nach den Einschätzungen der US-Medien zu den herausragenden Köpfen der Generalität. Als Kommandeur der Isaf übernimmt er nun die schwierigste Aufgabe, die das amerikanische Militär derzeit zu vergeben hat. Er soll den Abzug der US-Truppen vom Hindukusch bis 2014 möglich machen, ohne dass Afghanistan im Chaos versinkt.

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General Allen übernimmt das Isaf-Kommando

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Der amerikanische General John R. Allen hat das Kommando über die Internationale Schutztruppe (Isaf) übernommen. Er löst General David Petraeus ab, der in wenigen Tagen die Leitung des US-Geheimdienstes CIA übernehmen wird.

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Zahl der Woche – Amerikanische Spezialeinheiten

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Woche 50./2010

Anzahl der Länder, in die das Special Operations Command der US-Streitkräfte im Kampf gegen den Terror Sondereinheiten entsandt hat: 20

Zahl der Soldaten bei US-Spezialeinheiten: 53.000

Geschätzter Etat der Special Forces im Jahr 2007 in $: 8 Milliarden

(Quelle: Wiliam R. Polk: Aufstand. Widerstand gegen Fremdherrschaft: vom amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bis zum Irak, Hamburger Edition, Hamburg 2009.)

Written by netzreporter

15. Dezember 2010 at 15:13

Lernen vom Vietnam-Desaster

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Aus der Vergangenheit lernen: Welche Lehren die US-Armee aus der misslungenen Aufstandsbekämpfung im Vietnam-Krieg ziehen will.

Von Hauke Friederichs, Hanoi

Die Spuren des Vietnam-Krieges sind noch zu sehen, sagt der deutsche Entwicklungshelfer. Nicht mehr in den großen Städten Hanoi oder Ho-Chi-Minh-Stadt, das vor dem Krieg noch Saigon hieß. Aber noch immer, 35 Jahre nach dem Ende der Kampfhandlungen, würden Kinder auf dem Land missgebildet zur Welt kommen. Grundwasser und Böden seien in manchem Gebiet immer noch von chemischen Waffen wie Agent Orange verseucht, die amerikanische Hubschrauber zur Entlaubung versprühten.

Der Krieg hat Vietnam gezeichnet. In der Gesellschaft, die nach vorne strebt, wo die Menschen kämpfen, damit es ihnen und ihren Kindern einmal besser geht, wird kaum über die Vergangenheit gesprochen. „Der Krieg ist in Vietnam nicht aufgearbeitet“, sagt ein Deutscher, der seit Jahren in Hanoi lebt. In Amerika hingegen haben Offiziere ihre Schlüsse aus dem Krieg gezogen. Der aktuelle Befehlshaber der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf), General David Petraeus, hat seine Doktorarbeit über die Lehren aus Vietnam an der renommierten Universität Princeton geschrieben. 2006 erschien ein neues Feldhandbuch der US-Army (Heer) und der Marines (Marineinfanterie) von Petraeus und anderen Autoren zu dem Thema.

An den Militärschulen gehört die Aufstandsbekämpfung längst wieder zum Lehrplan. Lernen sollen die jungen Offiziere vor allem aus dem Kampf gegen den Vietcong – aus den Fehlern, die damals gemacht wurden. Eine Studie von Colonel Harry Summers Junior, der im Gegensatz zu Petraeus selber in Vietnam kämpfte, gehört mittlerweile zum Standardwerk: American Strategy in Vietnam. A Critical Analysis erschien erstmals 1981 und wurde mehrfach neu aufgelegt, zuletzt im Jahr 2007.

Summers beschäftigte die Frage, wie dieser Krieg verloren werden konnte. Er beginnt seine Analyse mit einem Gesprächsauszug: „Sie wissen, dass Sie uns nie auf dem Schlachtfeld geschlagen haben“, sagte Summers im April 1975 zu einem vietnamesischen Offizier. „Das kann so sein“, antwortet dieser, „doch das ist doch irrelevant.“

Der Amerikaner gibt dem Vietnamesen Recht. Summers schildert eine Anekdote, die in den siebziger Jahren unter Militärs die Runde machte: Statistiker des Pentagon hätten die Anzahl der Soldaten, der Flugzeuge, Panzer und Kriegsschiffe der USA und der Nordvietnamesen in einen Computer eingegeben – dazu die Bevölkerungsgröße, Wirtschaftswachstum und industrielle Produktion. Dann fragten sie den Computer: „Wann werden wir gewinnen.“ Die Maschine brauchte nur einen Moment, um zu antworten: „Sie haben bereits 1964 gewonnen.“ In diesem Jahr begann der Vietnamkrieg aus amerikanischer Sicht, als ein US-Zerstörer im Golf von Tonkin beschossen wurde. Elf Jahre später zeigte sich, dass weder die Zahl der Soldaten, noch der Flugzeuge für den Sieg entscheidend waren.

Fast eine Million amerikanische Soldaten waren zum Höhepunkt des Krieges in Vietnam im Einsatz. Die amerikanische Armee war ihrem Gegner, dem Vietcong, militärisch in allen Bereichen überlegen. US-Kampfjets griffen nahezu unbehelligt Ziele in Nordvietnam, Kambodscha und Laos an – der Himmel gehörte den Amerikanern. Und doch verloren die US-Truppen in Vietnam. Ein Trauma für die Supermacht. Seitdem wurde Vietnam zum stehenden Begriff: Die Russen erlebten ihr Vietnam in Afghanistan, hieß es. Die USA standen im Irak kurz vor ihrem zweiten Vietnam, schrieben viele Publizisten. Und auch der Kampf gegen den Terror in Afghanistan wird mit der Niederlage von Vietnam verglichen.

Bestehen tatsächlich Parallelen zwischen den Kriegen im Dschungel und am Hindukusch? In beiden Kriegen kämpfen reguläre Soldaten gegen Aufständische, die in der Regel offene Schlachten meiden und sich unter der Bevölkerung verstecken. Und in beiden Konflikten nutzen die Gegner Rückzugsräume in Nachbarländern. Der Vietcong floh vor den amerikanischen Truppen nach Nordvietnam. Die USA schickten keine Divisionen in den sozialistischen Norden, weil sie eine Kriegsbeteiligung Chinas befürchteten. Und am Hindukusch sieht die Lage ähnlich aus: Die Taliban nutzen Pakistan als Rückzugsgebiet. Das amerikanische Militär und der Auslandsgeheimdienst CIA setzen Drohnen ein, um Aufständische und Terroristen in Pakistan zu liquidieren. Dennoch sickern immer wieder Kämpfer über die Grenze ein. Nicht nur deswegen sagen hohe Offiziere, dass der Krieg nicht militärisch gewonnen werden könne. Das ist eine der wichtigsten Lehren aus Vietnam.

(…)

(Mehr auf ZEIT ONLINE)

Zahl der Woche – Wikileaks

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Woche 43./2010

Zahl der geheimen US-Militärdokumente die Wikileaks aus dem Irak-Krieg veröffentlicht hat: 391.832

Zahl der Dokumente, die davon über getötete Soldaten berichten (KIA = Killed in Action): 69.317

Zahl der Dokumente, die sich davon mit US-Spezialeinheiten (USSF) beschäftigen: 1.367

Zahl der Dokumente, die Hinweise auf al-Qaida (AQ) beinhalten: 272

Written by netzreporter

29. Oktober 2010 at 15:00

„Tee als Waffe“ in Afghanistan

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Der Taliban-Kämpfer feuert aus seiner Kalaschnikov auf die amerikanische Patrouille. Er schießt verdeckt hinter einer Lehmmauer, um ihn herum stehen Frauen und Kinder als Schutzschild. Die Soldaten springen in Deckung, darunter drei weibliche Marines. Die Soldaten waren aufgebrochen, um Tee mit afghanischen Dorfbewohnern zu trinken – der Überfall kam wie fast immer völlig unerwartet.

„Verdammt noch mal, ich werde beschossen“, habe sie gedacht, sagt Lance Corporal Stephanie Robertson der International Herald Tribune. „Aber Du weißt, was zu tun ist. “ Die Muskel wüssten Bescheid. Das Training vor dem Auslandseinsatz macht sich bezahlt.

Die 20-Jährige ist eine von 40 Frauen des Marine Corps, die im kalifornischen Camp Pendleton für ein Experiment ausgebildet wurde: Die amerikanischen Streitkräfte schicken erstmals „female engagement teams“ an den Hindukusch, die in der Provinz Helmand Kontakte zu afghanischen Frauen knüpfen sollen.

Die Soldatinnen, die sich alle freiwillig gemeldet haben, unterstützen so die neue Anti-Terror-Kampagne der US-Armee. Sie besuchen afghanische Frauen, vor allem der Paschtunen, zu Hause, trinken mit ihnen Tee, machen Hilfsangebote, sammeln Informationen und bereiten den eventuellen Bau von Kliniken und Schulen vor. „Tee als Waffe“, nennt die International Herald Tribune die Methode.

Keine der 40 weiblichen Marines sei in den ersten Monaten des „Experiments“ verwundet oder getötet worden. Einige waren direkt in Feuergefechte verwickelt, in denen männliche Kameraden von Taliban-Kämpfern erschossen wurden. Mitte Oktober werden die 40 Frauen durch neue Kameradinnen abgelöst. Das Experiment geht weiter, die Soldatinnen sollen aber künftig weniger an Feuergefechten teilnehmen und sich kürzen in den „heißen Kampfzonen“ aufhalten.

(Quelle: International Herald Tribune, 4. Oktober 2o1o)

Written by netzreporter

11. Oktober 2010 at 07:00

Mord an afghanischen Zivilisten als Sport

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Die Aufgabe des Militärgerichts an der Joint Base Lewis-Mc-Cloud in der Nähe von Seattle ist heikel: Die Richter beginnen mit einem Prozess gegen amerikanische Soldaten, die in Afghanistan aus Spaß auf Zivilisten geschossen haben. Das berichtet die International Herald Tribune.

Die Beschuldigten – so lautet der Vorwurf der Ankläger – hätten sich anschließend mit ihren Opfern fotografieren lassen. Eine US-Einheit hätte „Killing Teams“ gegründet, die miteinander um Abschüsse gewetteifert haben. Einige Soldaten sollen Leichenteile als Trophäen mitgenommen haben.

Heikel ist die Aufgabe, weil der Fall bereits in Afghanistan für Unruhe gesorgt hat. Die Angehörigen der Ermordeten erwarten harte Strafen. Leichenschändung stellen für Muslime ein besonders schlimmes Verbrechen dar. Die Ermittlungen am Hindukusch verlaufen allerdings schwierig – welche Vergehen den Beschuldigten vor Gericht nachgewiesen werden können, wird sich zeigen.

In der International Herald Tribune spricht ein US-Generalmajor von einer Eskalation und einem Fall, den es vor Militärgerichten noch nie gegeben habe.

Seit dem Beginn des Irak- und des Afghanistankrieges wurden 34 Soldaten wegen Mord und Totschlag an Zivilisten verurteilt. Besondere Aufmerksamkeit erregte die Tötung von 24 Zivilisten im Ort Haditha im Irak durch Marines im Jahr 2006. Die Verbrechen der „Killing Teams“ in Afghanistan und das Töten von Menschen als Sport scheint allerdings ein weitaus größeres Ausmaß zu erreichen. Nicht nur in Afghanistan werden die Menschen sehr genau verfolgen, zu welchem Urteil die Richter bei Seattle kommen.

Written by netzreporter

8. Oktober 2010 at 12:00