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Das Ende der alten Bundeswehr

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Deutsche Soldaten in Kundus

Deutsche Soldaten in Kundus / Foto: Hauke Friederichs

Sie kämpfen, sie töten, sie sterben: Zehn Jahre nach dem 11. September üben die Soldaten der Bundeswehr einen völlig anderen Beruf aus als früher.

Von Hauke Friederichs

Wie überall auf der Welt liefen am 11. September 2001 auch in den deutschen Kasernen die Fernseher. Wie so viele Menschen hatten auch die meisten Soldaten an diesem einschneidenden Tag das Gefühl, dass sich nun vieles ändern würde. Angehörige der deutschen Spezialkräfte ahnten wohl bereits, dass ein neuer Einsatz auf sie zukommen würde. Dass aber die Bundeswehr zehn Jahre später kaum mehr wiederzuerkennen sein würde, dass haben sich wohl die wenigsten vorstellen können. Nicht alles davon ist eine Folge der Terroranschläge von New York und Washington. Aber vieles.

Zehn Jahre nach dem 11. September üben die Soldaten der Bundeswehr einen völlig anderen Beruf aus als früher. Sie führen Krieg, sie töten und sie sterben. Auch die Berichterstattung über deutsche Militäreinsätze hat sich dramatisch verändert. Inzwischen gibt es Kriegsreportagen, in denen man sieht, wie deutsche Soldaten in Afghanistan kämpfen und bekämpft werden. Selbst die Bundeswehr hat damit begonnen, Videos von Gefechten zu veröffentlichen – undenkbar vor einem Jahrzehnt.

Natürlich wussten einige, wenige deutsche Soldaten bereits vor dem Einsatz in Afghanistan, was Krieg bedeutet. Mitte der 1990er Jahre, 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, setzte Deutschland erstmals wieder Militär zum Kämpfen ein. 1995 griffen Jagdbomber gemeinsam mit den Alliierten die bosnisch-serbische Luftabwehr an. Vier Jahre später beteiligten sich deutsche Kampfflugzeuge an Luftschlägen der Nato gegen Ziele in Serbien.

Fundamentale Unterschiede zum Balkan-Einsatz

Mit Panzern und anderem schweren Gerät rückte die Bundeswehr dann in den Kosovo ein und ist dort bis heute. Doch was ein asymmetrischer Konflikt ist, von Wissenschaftlern als „die neuen Kriege“ bezeichnet, das wussten die Soldaten der Bundeswehr vor Afghanistan nur aus Büchern über den Vietnamkrieg oder aus Schilderungen von französischen Fremdenlegionären, die aus Algerien berichteten.

Schwere Anschläge, wie der auf einen Bus 2003 in Kabul, zeigten jedoch schnell, dass die Afghanistan-Mission sich fundamental von den Balkan-Einsätzen unterscheidet. Mit der Ausweitung des Einsatzes in den Norden wurden permanente Überfälle und Raketenbeschuss der Feldlager zur Regel. In den Straßen vergrabene Sprengsätze, Selbstmordattentäter und Hinterhalte wurden zur tödlichen Gefahr. 53 Bundeswehrsoldaten sind seit Beginn der Isaf-Mission in Afghanistan gestorben.

Wer als Mitglied der kämpfenden Infanterie, als spezialisierter Pionier, als Fernmelder oder Sanitäter, die als Unterstützer die Feldlager verlassen, nach Afghanistan geht, muss mit Verwundung oder gar dem Tod rechnen, dem eigenen und dem der Kameraden. Dennoch weigerte sich die Bundesregierung lange, von einem Kampfeinsatz zu sprechen. Mehrere Jahre dauerte es, bis auch in der Sprache des Kabinetts aus dem Wiederaufbau in Afghanistan erst ein „kriegsähnlicher Zustande“ und später „umgangssprachlich“ Krieg wurde. Der ehemalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung hält die Mission heute noch für einen „Stabilisierungseinsatz“.

Nichtsdestotrotz waren es – neben Sparmaßnahmen – auch die Erfahrungen aus dem Afghanistan-Einsatz, die zur größten Reform in der Geschichte der Bundeswehr führten. Eine Einsatzarmee sollte aus der Truppe werden, da galt die Wehrpflicht plötzlich als hinderlich. Auch hatte man im Verteidigungsministerium erkannt, dass die Bundeswehr, verglichen mit anderen Armeen – im Verhältnis zur Gesamtstärke der Truppe – viel weniger Soldaten gleichzeitig in Einsätze schicken konnte. Auch das soll sich jetzt ändern.

(…)

(Den ganzen Artikel finden Sie auf Zeit Online)

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