Terror-Blog

Vernetzte Sicherheit, Steitkräfte, Internationale Politik

Deutschlands peinliche Revolutionshelden

leave a comment »

Die Bundesregierung wollte keine Bomber nach Libyen schicken – und behinderte damit den Krieg der Nato-Verbündeten gegen Gaddafis Truppen. Kaum ist Gaddafi gestürzt, bietet Berlin nun Bundeswehrsoldaten für einen Bodeneinsatz an, den niemand plant.

Von Hauke Friederichs

In Tripolis ratterten noch die Maschinengewehre und die Granaten schlugen in Häusern ein, da meldete sich bereits im fernen Berlin der deutsche Außenminister zu Wort. Guido Westerwelle forderte Muammar al-Gaddafi auf, sich zu ergeben. Dann verlangte der FDP-Politiker, Libyens langjähriger Machthaber müsse vor ein internationales und faires Gericht gestellt werden. Schließlich bot er dem libyschen Volk Hilfe für den Wiederaufbau an und schloss einen Einsatz von deutschen Soldaten dabei nicht aus.

Noch vor wenigen Wochen hatte Westerwelle ein militärisches Vorgehen Deutschlands gegen Gaddafi rigoros abgelehnt. Doch jetzt, wo die Schlacht geschlagen scheint, stehen Deutschlands Revolutionshelden an der Seite des siegreichen libyschen Volkes. Kurz vor dem nahenden Sieg der Rebellenallianz wollen sie offenbar noch Einfluss auf die künftigen Machthaber gewinnen und lassen nichts unversucht, um sich im letzten Moment noch anzubiedern.

Doch der deutsche Eifer kommt nicht nur zu spät – er zeigt zudem, dass Deutschlands Außenpolitik in der Welt nicht mehr berechenbar ist. Die Rebellen fragten sich schon bei Westerwelles unrühmlichem Blitz-Besuch im Juli in Bengasi, was der Kriegsgegner aus Deutschland denn bloß bei ihnen wolle. Vor allem eines stellten sie zugleich klar: Die libyschen Bodenschätze würden sie künftig an Frankreich oder die USA verkaufen.

Anders als Westerwelle oder Merkel erfreut sich Frankreichs Präsident, Nicolas Sarkozy, bei den Aufständischen großer Beliebtheit. Zu Beginn des Aufstandes  hatte er die Rebellen in einem Alleingang anerkannt, sich für einen Militärschlag gegen Gaddafi stark gemacht und dessen Gegnern Waffen geliefert. Die Kämpfer wissen, ohne die militärischen Unterstützung durch die Koalition der Willigen hätten Gaddafis Söldnertruppen Bengasi eingeäschert und damit auch den Protest gegen den dienstältesten Diktator der Welt.

Deutschlands Ruf hingegen ist im Osten Libyens – dort, wo die Rebellion begann – nicht der beste. Mehrfach etwa forderten Vertreter der Rebellen Berlin auf, endlich das eingefrorene Vermögen des Gaddafis-Clans freizugeben und Flugzeuge des Machthabers, die in Deutschland beschlagnahmt wurden, den Rebellen zu übergeben. Bislang vergeblich. Nun solle das Geld bald fließen, versprach Außenminister Westerwelle.

(…)

(Den ganzen Artikel finden Sie auf Cicero Online)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: