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Der Kosovo-Einsatz ist noch lange nicht zu Ende

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Die Ausschreitungen im Kosovo stellen die ehrgeizigen Abzugspläne der Nato infrage. Die Schutztruppe wird noch Jahre in der Region bleiben müssen.

Von Hauke Friederichs

Der Mob kam mit Äxten und Molotowcocktails, griff den Grenzübergang Jarinje im Norden des Kosovos an, legte Feuer und schoss auf Soldaten der internationalen Schutztruppe Kosovo Force (KFor). Grenzschutzbeamte, Zöllner und Soldaten zogen sich über die Grenze nach Serbien zurück, verletzt wurde anscheinend niemand. Die KFor reagierte umgehend, verlegte zusätzliche Soldaten in die Region und übernahm die Grenzsicherung. Auch die deutsche Einsatzkompanie, rund 120 Soldaten, wird nun in der Nähe von Mitrovica an der Grenze eingesetzt. Der KFor-Kommandeur, der deutsche Generalmajor Erhard Bühler, vermittelte zwischen Serben und Kosovo-Albanern.

Zwölf Jahre nach dem Ende des Kosovo-Krieges, in dem auch deutsche Kampfflugzeuge Ziele auf serbischem Staatsgebiet angriffen und die Bundeswehr mit Panzern und Soldaten gemeinsam mit Nato-Partnern in das Kosovo einrückte, reichen noch immer Lappalien, um den Konflikt zwischen Serben und Kosovo-Albanern anzuheizen. Das alte Bild aus den Geschichtsbüchern vom Balkan als Pulverfass Europas scheint noch nicht endgültig Vergangenheit zu sein.

„Die angestauten Spannungen zwischen Serben und Albanern haben sich entladen“, sagt ein Bundeswehr-Sprecher zum jüngsten Vorfall. Die KFor-Kräfte hätten die Lage vor Ort jedoch beruhigt. Eine Aufstockung der deutschen Soldaten im Kosovo sei nicht geplant. Derzeit sind 900 Männer und Frauen der Bundeswehr im Kosovo stationiert. Das im Juni vom Bundestag für ein weiteres Jahr verlängerte KFor-Mandat sieht eine maximale Obergrenze von doppelt so vielen Soldaten vor.

Aber die Unruhen an der Grenze beschäftigen und beunruhigen die internationale Gemeinschaft. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York beschäftigt sich am heutigen Donnerstag damit. Politiker in ganz Europa mahnen beide Parteien zur Besonnenheit.

Das Kosovo galt bereits als europäische Erfolgsgeschichte. Die einstige serbische Provinz erklärte im Februar 2008 ihre Unabhängigkeit. Serbien erkennt zwar bis heute den neuen Nachbarstaat nicht an, kämpft aber inzwischen mit Paragrafen, nicht mit Soldaten um das frühere Staatsgebiet. Belgrad ließ den Internationalen Gerichtshof (IGH) den Status des Kosovos prüfen. Der IGH stellte vor einem Jahr fest, dass die Unabhängigkeitserklärung nicht gegen das Völkerrecht verstoße. Dass danach die Situation in der Region nicht eskalierte, wurde im Ausland positiv bewertet. Bislang zumindest.

Vor einer Woche besuchte der parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt, das Kosovo. „Wir befinden uns in einer Phase des Übergangs“, sagte Schmidt. Die Truppenstärke solle deutlich reduziert werden: 5.500 Soldaten werden momentan von 31 Nationen gestellt. Ab Mitte 2012 soll diese Zahl um die Hälfte reduziert werden. Der Nato-Rat hat die Zeichen auf Abzug gestellt – begründet wurde dies stets mit der verbesserten Sicherheitslage.

Ob die Ausschreitungen und der Angriff auf die Kfor-Soldaten nun eine Auswirkung auf die Truppenreduzierung haben werden, ist unklar. Sicher ist, dass die Schutztruppe noch einige Jahre in der Region bleiben wird. Einen endgültigen Abzugstermin gibt es nicht.

(…)

(Den ganzen Artikel finden Sie auf ZEIT ONLINE)

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Eine Antwort

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  1. […] Vereinten Nations haben Serbien und die kosovarische Regierung aufgerufen, den Konflikt in der Grenzregion nicht weiter anzuheizen. Die UN äußerten ihre „tiefe Besorgnis“ über die Situation in […]


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