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De Maizière, Minister mit freundlicher Distanz

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Thomas de Maizière fragt viel und verspricht nichts. Sein Antrittsbesuch beim Heer zeigt, wie sehr sich der Verteidigungsminister von Vorgänger Guttenberg unterscheidet.

Von Hauke Friederichs

Rot ist besiegt, Blau hat gewonnen. Wie früher, als der Feind noch im Osten Europas stand, und die Bundeswehr die Armee der Landesverteidigung war, heißt der Gegner bei der Übung „Rot“. Vor wenigen Minuten haben die Soldaten von Blau eine Enge freigekämpft. Rot – Soldaten des Gefechtsübungszentrums in Letzingen – haben versucht, das Gelände zu verteidigen. Dann wurde „Übungsunterbrechung“ befohlen, damit Thomas de Maizière bei seinem ersten Truppenbesuch mit normalen Soldaten sprechen kann.

Am Mittwochvormittag war der Neue im Amt mit dem Hubschrauber im Gefechtsübungszentrum des Heeres in Sachsen-Anhalt eingeschwebt. Dort trainieren die Panzergrenadiere die „Operation verbundener Kräfte“. Von einem mit Tarnnetzen behängten Lastwagenanhänger aus betrachtet de Maizière die übenden Panzergrenadiere.

Das Gefechtsübungszentrum des Heeres in der Altmark, im unaussprechlichen Militärjargon GefÜbZH genannt, gehört nach Angaben der Bundeswehr zu den modernsten Ausbildungseinrichtungen Europas. Dort simulieren die Ausbilder die Einsätze in Afghanistan oder Kosovo. Die Panzergrenadiere jedoch sind heute hier, um ihre Kernfähigkeit zu erhalten. Das Vorstoßen mit Panzern, das kennt de Maizière noch aus seiner eigenen Bundeswehrzeit. Er diente selber bei den Panzergrenadieren.

De Maizière schüttelt jedem Soldaten die Hand. Er lächelt, nickt. Und er hält Distanz – auch körperlich. Zwei Schritt entfernt steht er mit hinter dem Rücken gekreuzten Armen von den Männern, neben ihm der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Werner Freers. Die Panzergrenadier-Brigade führt den Namen Freistaat Sachsen. Das passe gut, sagt der Minister, schließlich sei Sachsen seine politische Heimat.

„Wie haben die Jungs das gemacht?“, fragt er einen Unteroffizier, der einen Schützenpanzer Marder kommandiert. „Ganz gut“, antwortet der Soldat kurz. „Nur ganz gut oder sehr gut?“, fragt de Maizière zurück. Die Männer lachen. Der Minister geht weiter, verzichtet auf joviale Gesten, auf das Posieren vor Kameras. Ein Großteil der Gespräche findet ohne die Presse statt, die ihn begleitet. Er tritt ganz anders auf als sein Vorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg, der vor etwas mehr als ein Jahr ebenfalls Letzlingen besucht hatte.

De Maizière fragt viel und verspricht nichts – außer, dass alles auf den Prüfstand komme. „Glauben Sie mir, dass ich schon viele Dokumente gelesen habe, aber das ist erst mein fünfter Arbeitstag“, sagt de Maizière.

Den ersten Tagesbefehl hat er bereits geschrieben, sich mit einer Rede bei den Mitarbeitern des Ministeriums vorgestellt und sich per Video an die Soldaten in den Einsatzgebieten gewandt. Am Donnerstag verabschiedet er den Vorgänger mit einem Großen Zapfenstreich.

Mit dem ersten Truppenbesuch tritt Thomas de Maizière ein schweres Erbe an. Denn Guttenberg ist bis heute bei den Soldaten extrem beliebt. Manch einer vermisst den smarten Freiherrn. „Der Kamerad de Maizière erreicht dessen Beliebtheitsgrad sicher auch noch“, sagt ein Panzergrenadier tapfer. „Ich meine, den Herrn Minister.“ Kamerad, das passte zu Guttenberg, zu seinem Nachfolger passt der Begriff nicht.

„Das ist ein guter Typ“, sagt ein Soldat. „Der wirkt auch ganz locker.“ Aber so wie der Guttenberg sei der Neue nicht – „natürlich nicht“. Es seien große Fußstapfen, in die de Maizière trete. Als Leistung des Vorgängers rühmen die Soldaten, dass er erstmals von Krieg in Afghanistan sprach.

De Maizière indes will nicht nur verbal etwas bewegen. Die Bundeswehr steht vor einer gigantischen Reform. Viel Zeit zum Ankommen im neuen Amt hat der neue Bundesminister für Verteidigung nicht. Die braucht er womöglich auch nicht: De Maizière hat in Sachsen innerhalb kürzester Zeit drei unterschiedliche Ministerien und die Staatskanzlei geleitet. An Ämterwechsel ist er gewöhnt.

(…)

(Den ganzen Artikel finden Sie auf ZEIT ONLINE: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-03/bundeswehr-besuch-maiziere)

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Eine Antwort

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  1. […] welche die Bundeswehr 2011 in Milliarden Euro verursacht: […]


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