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„Die Menschen wollen Frieden“

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Die Bundeswehr hat die Aufständischen in Nordafghanistan zurückgedrängt. Nun will sie die Bevölkerung mit Bauprojekten gewinnen. Eine Fahrt durch Chahar Darreh.

Von Hauke Friederichs, Kundus

Der Motor des Dingos brüllt auf. Dreizehn Tonnen Stahl setzen sich mit einem Knirschen in Bewegung. In dem Militärfahrzeug sitzen drei Soldaten des Wiederaufbauteams Kundus und ein Dolmetscher. Sie gehören zu einer Patrouille, die an einem frühen Wintermorgen in den Distrikt Chahar Darreh aufbricht, vorweg ein Einsatzwagen vom Typ Eagle IV. Der Staub, den dessen dicke Reifen aufwirbeln, legt sich grau auf die Frontscheibe des Dingos.

„MG schwenkt links.“ Der Maschinengewehrschütze kurbelt an zwei Griffen, die Waffe auf dem Dach bewegt sich. Die Wagen verlassen das Feldlager im Schritttempo, vorbei an Schranken und afghanischen Wachmännern, über Bodenhindernisse kriechend und hüpfend, geht es nach draußen. Die Soldaten zurren ihre Helme fest.

Durch Panzerglasscheiben blicken die Soldaten in eine trübe Landschaft. Nebel hat sich über die Gegend gelegt. Die Kolonne überholt einen alten Mann auf einem Fahrrad. Er bleibt stehen, um sich mit einem anderen Graubart zu unterhalten. Die Armeefahrzeuge nehmen sie nicht wahr. Nach dreißig Jahren Bürgerkrieg gehören Soldaten zu ihrem Alltag. Die Alten haben schon russische Soldaten in den Kampf gegen die Mudschaheddin ziehen gesehen. Noch heute stehen zerschossene, rostende Panzerwracks am Straßenrand, Warnungen an alle ausländischen Truppen.

Vor einem Laden harrt regungslos ein Mann aus, ein graues Tuch vor sein Gesicht geschlungen, vor der Brust eine Kalaschnikow. Die Scheiben des Geschäfts, das er bewacht, sind verschmiert von Staub und Dreck. Kurz beobachten die Soldaten den Mann, dann konzentrieren sie sich wieder auf die Straße. In Afghanistan gibt es unzählige Bewaffnete: Wächter, Bodyguards, Polizisten. Es sei schwer zu erkennen, wer Feind und Freund sei. „Sicher bist Du Dir erst, wenn einer auf Dich schießt.“

Die Patrouille bringt den Chef des Stabes des Wiederaufbauteams, Oberstleutnant Robert E., zu zwei Baustellen in Chahar Darreh. Er will die Fortschritte eines Straßenbauprojekts und eines Brückenbaus begutachten. Zur Bewachung fährt ein Zug der Schutzkompanie mit.

Chahar Darreh war vor wenigen Monaten noch sogenanntes Indianerland. Aufständische kontrollierten den Distrikt zu großen Teilen, die Bundeswehr rückte dort gelegentlich mit Kampftruppen ein. Wiederaufbauprojekte gab es kaum noch. Nach einigen Offensiven und seitdem die Bundeswehr mehrere dauerhafte Außenposten einrichtete, hat die Sicherheitslage sich deutlich verbessert.

Jungen auf klapprigen Eseln zuckeln an den Deutschen vorbei. Kleine Kinder rennen aus einer Lehmhütte an den Straßenrand. Sie hüpfen herum, lachen und winken den gepanzerten Wagen zu. Die drei Soldaten winken zurück. Alle tragen hellbeige Uniformen, Schutzwesten, in den Ohren einen Gehörschutz, der ihr Trommelfell bei Explosionen vor der Druckwelle schützen soll, vor den Augen Spezialbrillen.

(…)

(Die ganze Reportage finden Sie auf ZEIT ONLINE)

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  1. […] größten Rüstungsschmieden. Krauss-Maffei Wegmann (KMW), ebenfalls ein Produzent von Panzern und geschützten Fahrzeugen, auf Platz 50 und ThyssenKrupp, auf dessen Werften moderne U-Boote und andere Kriegsschiffe gebaut […]

  2. […] Provinz Kundus in Nordafghanistan gilt als permanenter Unruheherd. Dort kämpfen amerikanische und deutsche Soldaten gegen Taliban und andere Aufständische, dort […]


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