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Afghanische Schwindsucht

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Lektüretipp

Die deutsche Politik habe es mit dem Afghanistan-Einsatz nie ernst gemeint. Irgendwie sei man nach den Terroranschlägen vom 11. September da so rein gerutscht, schreibt Ulrich Ladurner, Afghanistan-Experte und ZEIT-Redakteur. „Afghanistan und Berlin, das ist die Geschichte eines zehn Jahre währenden Wegduckens. Verantwortung wollte keiner übernehmen“, schreibt Ladurner. „Das geschah nicht so sehr aufgrund von Kurzsichtigkeit, sondern wohl aus einem politischen Instinkt heraus. Der sagte den Politikern in Berlin Folgendes: Was gibt es in Afghanistan innenpolitisch eigentlich zu gewinnen? Und die Antwort war: nichts!“

Auch wenn in Berlin jeder mit jedem über den perfekten Abzugstermin streitet, glaubt Ladurner, dass die Mission weitergehen wird: „Der Einsatz wird sich noch eine Weile hinziehen, vielleicht noch über Jahre. Doch jetzt schon liegt über jeder Geste, jeder Tat und jedem Wort die Melancholie der Vergeblichkeit. Es ist, als sei jeder von einer spezifischen Schwindsucht befallen – einem Morbus Afghanus.“

(Quelle: Ulrich Ladurner: Afghanische Schwindsucht, in: Die ZEIT, Nr. 1/2011)

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