Terror-Blog

Vernetzte Sicherheit, Steitkräfte, Internationale Politik

Als die Waffenschmuggler Opfer der Piraten wurden

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Von außen sah das Opfer aus wie jedes andere. Der Frachter war zu langsam, um den somalischen Piraten zu entkommen. Der Überfall war leicht, das Handelsschiff schien unbewaffnet zu sein.

Doch nachdem die Seeräuber am 25. September 2008 die MV Faina gekapert hatten, stießen sie auf brisante Fracht: Jede Menge Waffen aus der Ukraine waren an Bord, unter anderen 33 Kampfpanzer vom Typ T-72, „jeder rund 40 Tonnen schwer – genug, um in Afrika einen kleinen Krieg zu gewinnen“, schreibt Horand Knaup auf Spiegel Online.

Der Waffendeal lässt sich nun – wie andere heikle Rüstungsgeschäfte – mit den auf Wikileaks veröffentlichen Dokumenten des amerikanischen State Departments rekonstruieren.

Dass die Panzer von der Ukraine in den kenianischen Hafen Mombasa unterwegs waren, stand fest. Kenias Regierung hatte stets die Gerüchte zurückgewiesen, dass die T-72 für den christlichen Süd-Sudan bestimmt waren. Dort kämpfen die Rebellen der SPLA für eine Unabhängigkeit vom muslimischen Norden.

Da Kriegsgüterlieferungen in Krisengebiete heikel sind, behaupteten die Kenianer, dass die Panzer für die eigene Armee bestellt wurden. Die Dokumente auf Wikileaks zeigen, dass das nicht stimme, schreibt Knaup. Und sie zeigen, dass die Regierung Bush von der Lieferungen an die Rebellen wusste. Der Wechsel im Weißen Haus habe dann einen Meinungsumschwung bewirkt: Der Friedensnobelpreisträger Barack Obama wollte von den Waffendeals nichts mehr wissen.

(Quelle – Spiegel Online: http://m.spiegel.de/article.do?id=733649)

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Written by netzreporter

9. Dezember 2010 um 18:13

2 Antworten

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  1. […] Reederei überfallen haben sollen. Das Schiff fuhr unter Kommando eines deutschen Kapitäns. Schwerbewaffnet hätten sie das Schiff geentert, nachdem sie es beschossen hätten, heißt es in der Anklageschrift. Später wurden die Männer von […]

  2. […] erpresserischem Menschenraub“ vor. Es ist die Rechtsformel, in die man in Hamburg den Umstand der Piraterie verpackt. Zum ersten Mal stehen damit mutmaßliche Seeräuber in der Bundesrepublik vor Gericht, […]


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