Terror-Blog

Vernetzte Sicherheit, Steitkräfte, Internationale Politik

Archive for Dezember 2010

Zahl der Woche: Getötete Journalisten

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Woche 52./2010

Zahl der Journalisten und Medienassistenten, die 2010 mindestens getötet wurden, nach Angaben von Reporter ohne Grenzen (ROG): 58*

Anzahl der Medienmitarbeiter, die 2009 laut ROG ermordet wurden: 77

Zahl der Länder, in denen Journalisten 2010 ermordet wurden: 25

Anzahl der Entführungen von Journalisten 2010: 51

Zahl der Journalisten, die wegen ihrer Arbeit bedroht oder verletzt wurden: 1.374

*Die meisten Journalisten wurden in Pakistan (11) , Mexiko (7) und im Irak (7) getötet. In Pakistan gehen islamistische Terroristen gegen Reporter vor, in Mexiko sind es die Drogenkartelle und in Irak starben die meisten Journalisten bei Anschlägen.

(Quelle: Jahresbilanz 2010 von Reporter ohne Grenzen)

Written by netzreporter

30. Dezember 2010 at 18:20

Rasterfahndung am Flughafen

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Reisende nach Herkunft, Aussehen und Alter in Sicherheitskategorien aufzuteilen, schadet mehr, als es nützt. Sicherheitsexperten und Politiker lehnen das Profiling ab.

Von Hauke Friederichs

Eine alte Idee sorgt für neue Aufregung: Ausgelöst hat den Ärger der designierte Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV). Christoph Blume tritt sein Amt zwar erst im Januar an, wiederholt aber bereits jetzt verworfene Ideen: Das Profiling von Fluggästen. Er will so das Fliegen sicherer und komfortabler machen, hat damit aber Sicherheitsexperten und Politiker gegen sich aufgebracht. Selbst sein eigener Verband sagte gegenüber ZEIT ONLINE: „Die Passagierdifferenzierung ist keine offizielle Forderung der ADV.“ Das Profiling von Fluggästen wurde vor einigen Monaten von internationalen Verbänden vorgeschlagen – und von den Verantwortlichen in Deutschland verworfen.

Und auch das zuständige Bundesinnenministerium reagierte erneut sehr zurückhaltend. Die Sicherheitsbehörden seien an deutschen Flughäfen gut aufgestellt, hieß es in Berlin kurz und knapp. Die Beamten hätten die Augen offen und seien wachsam, das sei das Wichtigste.

Blume geht es auch nicht vordergründig um die Sicherheit. Er will die Wartezeit für die unbescholtenen Passagiere verkürzen. „Jeder neue Vorfall führt zu weiteren Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen. So entsteht eine Sicherheitsspirale der technischen Aufrüstung, die irgendwann ihre technischen und operativen Grenzen erreicht“, sagte Blume, der auch Chef des Düsseldorfer Flughafens ist, der Rheinischen Post. In dem Interview nannte er auch Israels Profiling als Vorbild.

Das hört man im Innenministerium nicht gern. Denn die Bundesbehörde setzt auf Hightech, um Terroristen aufzuspüren. Am Flughafen Hamburg wird gerade der sogenannte Körperscanner getestet. Das Profiling könne die Technik nicht ersetzen, sagen Sicherheitsexperten. Und sie bezweifeln den Sinn einer Einstufung von Passagieren in drei Klassen – wie vom Internationalen Airline Verband gefordert. Demnach sollen Vielflieger weniger intensiv überprüft werden, Reisende, die selten fliegen und aus verdächtigen Staaten kommen, hingegen intensiv.

Israel nutzt das sogenannte Profiling bereits seit Jahren. Die israelischen Flughäfen und die Maschinen der staatlichen Airline El Al gelten als die sichersten der Welt. Doch daran hat das Profiling, wenn überhaupt, ausschließlich wegen einer abschreckenden Wirkung einen Anteil. Nach welchen Kriterien die Passagiere an israelischen Flughäfen herausgefiltert werden, ist geheim. Unter Experten gilt als sicher, dass Herkunft, Religion, Alter und Lebenssituation berücksichtigt werden. Besonders betroffen von langwierigen und unangenehmen Kontrollen scheinen muslimische Männer unter 30 Jahren zu sein.

(…)

(Mehr auf ZEIT ONLINE unter: )

Aufständische arbeiten in Afghanistan immer enger zusammen

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Vereint im Kampf gegen den Feind – das scheint das Motto der verschiedenen Aufstandsbewegungen in Afghanistan zu sein. Die mehr als ein dutzend unterschiedlichen Gruppen, die unter dem Begriff Taliban zusammengefasst werden, kooperieren immer enger mit anderen, zum Teil rivalisierenden Organisationen auf beiden Seiten der afghanisch-pakistanischen Grenze. Zu den engen Partnern mancher Taliban-Fraktion zählen nun das Haqqani-Netzwerk oder Kämpfer des Hekmatyar-Clans. In der Vergangenheit hatten sich diese Organisationen in manchem Distrikt noch Feuergefechte geliefert.

Die unterschiedlichen Aufstandsgruppen arbeiteten nun wie ein Syndikat zusammen, schreibt die New York Times. Bei einem Angriff auf einen amerikanischen Vorposten in Ostafghanistan waren Kämpfer der Shura-Taliban aus Quetta, die unter dem Kommando von Mullah Omar stehen, des Haqqani-Netzwerkes und des Hekmatyar Clans.

Als einen „wake-up call“ bezeichnete dies ein Insider gegenüber der New York Times. Die Gruppen hätten sich gegenseitig freien Durchmarsch durch die von ihnen kontrollierten Gebiete zugesichert, würden Informationen austauschen und Attacken koordinieren. Auch in Pakistan nehme die Zusammenarbeit unter den Terroristen zu. Afghanische Gruppen würden enger mit Organisationen wie Lashkar-i-Taiba and Tehrik-i-Taliban zusammenrücken, die für Anschläge in Indien und Kaschmir verantwortlich gemacht werden.

Den New-York-Times-Artikel finden Sie hier: http://mobile.nytimes.com/article;jsessionid=FA9F1FEA250CE74A8F628C05C70199B6.w5?a=720785&f=110

Ermittler warnen vor einem internationalen Anarchisten-Terrornetzwerk

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Erneut haben Botschaften am Montag in Rom Terroralarm ausgelöst. Mehrere verdächtige Pakete wurden gefunden – in einem steckte tatsächlich ein Sprengsatz. Eine anarchistische Terrorgruppe hatte bereits an Heiligabend die Verantwortung für die Paketbombenexplosionen in der Botschaft der Schweiz und Chiles übernommen. Auch hinter dem versuchten Anschlag auf die griechische Vertretung gestern steckten italienische Anarchisten.

Die italienischen Terroristen stünden in Verbindung mit anarchistischen Gruppen in Griechenland, Spanien und Südamerika, teilten Terrorexperten und Ermittler den Medien mit. „Wir verfolgen eine anarchistisch-aufständische Spur“, hatte ebenfalls Innenminister Roberto Marini kurz nach den ersten Detonationen gesagt. Ermittler sprachen von intenationalen, anarchistischen Terroristen die sich Rom ausgesucht, genauso aber auch eine andere Hauptstadt auswählen hätten können. Im laufenden Jahr hatten grieische Linksextremisten Paketbomben an Regierungschefs verschickt, auch Angela Merkel zählte zu den Adressaten.

Der Bekennenbrief zu den ersten Anschlägen, bei denen zwei Botschaftsmitarbeiter verletzt wurden, unterzeichnete die Revolutionäre Zelle Lambros Fountas. So hieß ein griechischer Anarchist, der im März von der Athener Polizei bei einer Auseinandersetzung getötet wurde.

Die Revolutionäre Zelle soll zur Informellen Anarchistischen Föderation (FAI) gehören. Diese wird von den italienischen Behörden als terroristische Bedrohung eingestuft. Im Dezember 2009 bekannte die FAI sich zu einem Sprengstoffanschlag in einem Tunnel unter einer Mailänder Wirtschaftshochschule, bei dem es keine Verletzten gab.

(Quellen: Frankfurter RundschauZEIT ONLINE zu den Anschlägen am 23.12, ZEIT ONLINE zum Paketbombenfund am 27.12)

Written by netzreporter

28. Dezember 2010 at 10:19

Der tödlichste Feind der Amerikaner in Afghanistan

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Das Haqqani-Netzwerk hat sich in Afghanistan zum gefährlichsten Gegner der US-Truppen entwickelt. Laut New York Times ist diese Aufstandsgruppe der „tödlichste“ Feind am Hindukusch.

„They’re financed better, they’re better trained and they’re the ones who bring in the higher-end I.E.D.’s,“ zitiert die US-Zeitung General-Major John F. Campbell, den Kommandeur für Ostafghanistan. Der Clan der Haqqani hat wie die Taliban, mit denen er kooperiert, Rückzugsräume in den pakistanischen Stammesgebieten. Das Netzwerk rekrutiert dort auch Kämpfer. Diese Gruppe sorgt auch für einen Wissenstransfer der Aufständische, etwa beim Bombenbau. Die meisten komplexen und schweren Anschläge der vergangenen Monate gehen auf die Haqqanis zurück.

Wie das Netzwerk funktioniert hat die NYT in einer aktuellen Analyse von Eric Schmitt zusammenfasst:

(Quelle: New York Times – http://mobile.nytimes.com/article?a=720149&f=110)

Nukleare-Abrüstung soll Terrorgefahr senken

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US-Präsident Barack Obama wird mit einem Hochgefühl in den Weihnachtsurlaub nach Hawaii geflogen sein. Der Senat hat mit deutlicher Mehrheit dem neuen Start-Abrüstungsvertrag mit Russland zugestimmt. Für Obama ist das ein großer außenpolitischer Erfolg – er hatte hart mit den Republikanern gerungen, die zunächst die mit Russland vereinbarte nukleare Abrüstung ablehnten.

Der Vertrag verpflichtet beide Länder, die Anzahl ihrer Nuklearsprengköpfe innerhalb der nächsten sieben Jahre von 2200 auf 1550 zu reduzieren. Die Zahl der Trägersysteme wird auf jeweils 700 begrenzt. Ging es bei den Vorläufern vor allem um die Reduzierung der Gefahren eines Atomkriegs, geht es heute darum, das atomare Material unter Kontrolle zu halten. Obama versucht, die Verbreitung von Kernwaffen aufzuhalten und zu verhindern, dass radioaktive Stoffe in die Hände von Terroristen gelangen.

Autoritäre Regime wie die iranischen Machthaber streben nach Nuklearwaffen. Zuletzt trat Nordkorea – nach eigenen Angaben – in den Club der Atommächte ein. Der erste Staat mit Nuklearwaffen waren die USA, die zwei Atombomben im Zweiten Weltkrieg gegen Japan einsetzten. Russland, Großbritannien und Frankreich folgten als Kernwaffenstaaten. Und auch China entwickelte Nuklearsprengköpfe. In den 90er Jahren bewiesen Indien und Pakistan, dass sie ebenfalls dazu gehören. Israel gilt ebenfalls als Atommacht – äußert sich aber offiziell nicht dazu.

Einen Anschlag mit Kernwaffen hat es noch nie gegeben – lediglich Hollywood beschwor dessen Schrecken herauf. Terror-Experten gehen aber davon aus, dass al-Qaida Interesse am Bau von sogenannten schmutzigen Bomben hat – also Sprengsätzen, die mit Uran vermischt werden. Dass al-Qaida mit Giftgas und anderen Massenvernichtungswaffen experimentiert hat, zeigen Videos aus Afghanistan.

Gerade die russischen Atomlager gelten als unsicher. Die USA beteiligen sich deswegen auch finanziell an der russischen Abrüstung. Ein größerer Sorgenfall bleibt aber Pakistan – das einzige islamische Land mit Kernwaffen. Von dort aus hatten Wissenschaftler Nordkorea mit Bauplänen und Spaltmaterial für dessen nukleare Aufrüstung versorgt – trotz aller ideologischer Differenzen. Organisationen wie al-Qaida oder die Taliban hingegen dürften manchem Nukleartechniker viel näher stehen.

Obamas Kampf für eine nuklearwaffenfreie Welt ist also auch ein Kampf gegen den Terrorismus der Zukunft.

Steinmeier verknüpft Zustimmung zum Afghanistan-Mandat an Abzug

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Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, hat die Zustimmung seiner Abgeordneten zur Mandatsverlängerung für Afghanistan an Bedingungen geknüpft. Steinmeier forderte in der Bild am Sonntag, dass im Mandatstext der Rückzugsbeginn der Bundeswehr vom Hindukusch festgeschrieben wird. Der Abzug soll bereits 2011 beginnen. Den Sommer kommenden Jahres hatte auch US-Präsident Barack Obama als Starttermin für den Rückzug amerikanischer Kampftruppen genannt. Innerhalb der Regierung gab es jüngst Streit zwischen Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg über die Nennung eines konkreten Abzugstermins. Guttenberg ist dagegen, dass die Taliban und andere Aufständische stärken würde.

Im Januar soll der Bundestag über die Mandatsverlängerung der deutschen Beteiligung an der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan abstimmen. Die Koalition von Union und FDP wirbt für eine breite Zustimmung im Parlament. Fast alle Abgeordneten der Linkspartei stimmten in der Vergangenheit gegen eine Verlängerung, bei den Grünen enthielten sich viele, es gab aber auch zahlreiche Ablehnung. Die SPD stütze mit einer großen Mehrheit die Mission am Hindukusch. Das könnte künftig anders aussehen – gerade im Superwahljahr 2011.

(Quelle: ZEIT ONLINE – http://mobil.zeit.de/politik/deutschland/2010-12/spd-steinmeier-afghanistan)