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Amerika sucht die Grand Strategy

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USA - Supermacht ohne Grand Strategy?

USA - Supermacht ohne Grand Strategy?

Die Entwicklung einer Grand Strategy ist ein schwieriges Unterfangen. „Eine Grand Strategy entwirft ein Bild, wie die Welt ist, entwickelt eine Vorstellung, wie sie sein sollte und benennt Richtlinien, wie diese Vorstellung umgesetzt werden könnte“, schreibt Stephen D. Krasner in der aktuellen Ausgabe von Internationale Politik. Momentan verfolgten die USA jedoch keine Grand Strategy – fehlt damit ein Impuls für die internationale Ordnung?

Im Kalten Krieg entwickelte Amerika mit der Politik der Eindämmung eine Grand Strategy, welche die US-Außenpolitik bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion bestimmte und die von den Verbündeten unterstützt wurde.

Alle Interventionen von Militär und Geheimdiensten während des Kalten Krieges dienten der Abwehr des Kommunismus. In Korea und Vietnam kämpften die USA offen, in Iran, Guatemala, im Kongo und auf Kuba, in der Dominikanischen Republik, in Chile, Nicaragua und Granada im Verborgenen gegen Sympathisanten der Sowjetunion („manchmal auf irrtümlich“, wie Krasner feststellt). Die Intervention in Panama im Dezember 1989 sei die einzige gewesen, die nicht von der Furcht vor dem Kommunismus getragen wurde.

Amerika setzte beim Plan, das Ausbreiten des Kommunismus aufzuhalten aber keineswegs nur auf Militär: „Um den Einfluss der Sowjetunion zu beschränken, setzten die USA einige recht ambitionierte Vorhaben um. Sie schmiedeten Allianzen in Europa, Asien, dem pazifischen Raum und Lateinamerika. Sie unterstützten die europäische Integration. Sie förderten den Einfluss der beiden ‚Bretton-Woods-Schwestern’ Weltbank und Internationaler Währungsfonds, die Washington in den vierziger Jahren noch vernachlässigt hatte“, schreibt Krasner, Professor für Politische Wissenschaften an der Stanford University. „Auslandshilfe wurde ein Instrument der Außenpolitik.“

Die Politik der Eindämmung war trotz einiger Rückschläge (etwa Korea oder Vietnam) am Ende ein Erfolg. „Seit 1990 vermochten die USA keine erfolgreiche Grand Strategy mehr zu formulieren“, stellt Krasner fest. Die erste Nationale Sicherheitsstrategie der Regierung Clinton („Eine Sicherheitsstrategie der Einbindung und Erweiterung“) scheiterte, weil sie die Gefahr des international agierenden Terrorismus verkannte. Nach dem 11. September entstand 2002 eine neue Nationale Sicherheitsstrategie. Darin nannten die Verfasser das „Zusammenspiel von Radikalismus und Technologie“ als die „Besorgnis erregendste Bedrohung“ der Sicherheit Amerikas. Der islamistische Radikalismus sollte mit einer Demokratisierung der arabischen und islamischen Welt bekämpft werden. Doch mit ihrer Grand Strategy scheiterte auch die Regierung Bush, der es nicht gelang alte Verbündete wie Frankreich und Deutschland zu überzeugen.

Präsident Obama schlägt mit seiner Sicherheitsstrategie bescheidenere Töne an. „Eine Grand Strategy ist auch sie nicht“, schreibt Krasner. „Die Uneinigkeit unter den mächtigeren Staaten, unterschiedliche Sichtweisen, dynamische Machtverschiebungen und politische Unsicherheiten machen den Entwurf einer Grand Strategy selbst für die Vereinigten Staaten unmöglich.“ Die bestmöglichste Option wäre, fasst der amerikanische Professor zusammen, wäre eine Einigung auf ein Prinzip, das wichtige Aspekte für die mächtigsten Staaten bündelt. „Das alles wäre derzeit schon eine enorme Errungenschaft.“

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  1. […] des US State Departments zu den Plänen der Enthüllungsplattform Wikileaks, weitere Geheimdokumente der Vereinigten Staaten […]

  2. […] beschäftigte die Frage, wie dieser Krieg verloren werden konnte. Er beginnt seine Analyse mit einem Gesprächsauszug: „Sie wissen, dass Sie uns nie auf dem […]


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