Terror-Blog

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My trip to al-Qaeda

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Für den amerikanischen Autor Lawrence Wright ist al-Qaida eine  Selbstmordmaschine, die ständig neue Attentäter produziert. In einem Dokumentarfilm spürt der Pulitzer-Preis-Träger dem Entstehen von al-Qaida nach.

Osama bin Laden hat die arabischen Staaten zum verstärkten Ackerbau aufgerufen, um nicht mehr abhängig von den westlichen Hilfslieferungen zu sein. Weniger friedliche Zitate des Terroristen brachte gestern der US-Fernsehsender HBO in der Dokumentation „My trip to al-Qaeda“ (2010 erstsmals ausgestrahlt) von Lawrence Wright und Alex Gibney.

Wright, Journalist, Schriftsteller und Drehbuchautor, beschäftigte sich schon viele Jahre vor 9/11 mit dem islamistischen Terror. Seine Werke haben zigtausende Leser erreicht. Er erhielt den Pulitzer-Preis für ein Sachbuch über al-Qaida („Der Tod wird Euch finden“).

Sein Drehbuch „The Siege“ über den amerikanischen Kampf gegen den Terror (drei Jahre vor 9/11 geschrieben) wurde mit Denzel Washington und Bruce Willis verfilmt. 1998 geschrieben, prophezeit der Spielfilm bereits einige Entwicklungen und beschäftigt sich mit der Folter von Gefangenen durch amerikanische Soldaten.

In Südafrika verübten radikale Muslime daraufhin einen Anschlag auf ein Restaurant der Kette „Planet Hollywood“, an der Bruce Willis beteiligt ist. Lawrence Wright fühlte sich schon vor dem 11. September persönlich vom Terror betroffen – schließlich hatte sein Buch zu Tod und Verletzungen geführt.

Wright sieht die Folter in ägyptischen und in arabischen Gefängnissen als eine der Hauptgründe für das Entstehen von al-Qaida. Die Unterdrückung der islamistischen Bewegungen durch die Regime habe zu einer Radikalisierung geführt.  Der Journalist versucht den Weg von Aiman al-Sawahiri, Bin Ladens Stellvertreter bei al-Qaida, nachzuzeichnen. Die Menschenrechtsverletzungen in den ägyptischen Gefängnissen, der Einsatz von Hunden durch die Wärter um die Gefangenen zu quälen, habe die erste Generation der späteren al-Qaida zunächst gegen die eigene Regime kämpfen lassen.

Der Krieg der Amerikaner und ihrer Verbündeter gegen Irak und das Regime von Saddam Hussein 1991 habe den Radikalen dann offenbart, dass es einen gefährlicheren Gegner gebe: Die USA. Denn Saudi-Arabien, Kuweit, Jordanien und andere islamische Staaten stellten sich unter den Schutz der Supermacht. Amerikanische Soldaten – auch Frauen – wurden in Saudi-Arabien stationiert. Bin Laden und seine Mitstreiter, beschlossen die „Kreuzritter“ aus dem „Haus des Islam“ zu vertreiben.

In Afghanistan baute bin Laden sein Terrornetzwerk auf. Später folgten Pakistan, Somalia, Jemen und nach dem amerikanischen Einmarsch 2003 auch Irak als Kampfgebiete.

Amerika reagierte mit Härte: Abu Ghraib und Guantanamo waren die Folge. Aufgedeckte Misshandlungen in den amerikanischen  – etwa der Einatz von Hunden gegen die Gefangenen – führte zu einer stärkeren Ablehnung Amerikas in der arabischen Welt. „Ich hatte das Gefühl, dass wir einem Drehbuch folgten, dass Osama bin Laden geschrieben hatte“, sagt Wright in der Dokumentation. Al-Qaida erhielt so überall Zulauf. „Al-Qaida ist eine Selbstmordmaschine“, sagt Wright. Ständig würden so neue Attentäter produziert.

Wright bezweifelt, dass die USA den Kampf gegen den Terror mit den bisherigen Methoden besiegen kann. Wenn das Terrornetzwerk ausgeschaltet würde, entstünde eine Neues. Lawrence Wright sorgt sich aber, dass die USA am Ende als Verlierer dastehen. Denn im Krieg gegen al-Qaida seien so viele Grundwerte verlorengegangen. „Al-Qaida kann Amerika nie besiegen“, sagt Wright. „Das können wir nur selber tun.“

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Eine Antwort

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  1. […] Zwei der al-Qaida übernimmt nun offiziell die Führerschaft des Terrornetzwerks: Der Ägypter Aiman al-Sawahiri folgt auf den von amerikanischen Spezialeinheiten getöteten Osama bin Laden – das berichten […]


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