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Flut in Pakistan stört Versorgung der Isaf

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Der bunte, alte Laster chinesischer Bauart hält im Feldlager Kundus. Ein Kran der Bundeswehr hebt einen Seecontainer von der Ladefläche. Der bärtige Fahrer und sein junger Beifahrer sehen der großen Stahlkiste hinterher, die von einem Gabelstabler weggebracht wird. Die Männer haben einen weiten Weg hinter sich. Sie kommen aus Pakistan, sie sind auf einer der gefährlichsten  Transportrouten der Welt unterwegs gewesen. 

Aufständische und Kriminelle lauern an den Straßen in Pakistan und Afghanistan. Sprengfallen und Minen sind eine ständige Gefahr für Fahrer und Lkws. Die wichtigste Transportstrecke der Nato-Truppensteller nach Afghanistan ist alles andere als sicher – und nun stört auch noch die Flut den Transport. 

Frachter bringen Lebensmittel und andere Güter für die Internationale Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) in die pakistanische Hafenstadt Karachi. Dort werden Container auf Trucks gehievt, die über den Khyber-Pass nach Afghanistan fahren. Dort geht es dann zur Ringstraße weiter – der Lebensader Afghanistans. Doch die Flut in Pakistan hat nun diese Route unterbrochen. In der Vergangenheit hatten Taliban und Aufständische in Pakistan und Afghanistan immer wieder versucht, die Isaf  Nachschubroute zu unterbrechen oder wenigstens zu stören. Sie attackierten Konvois, setzten Lager und Fahrzeuge in Brand.

Nun sorgt die Flut für eine Störung der Transportwege. „Der Nachschub musste nun über eine wesentlich längere Route durch des Landesinnere in die pakistanische Hauptstadt Islamabad verfrachtet werden, um schließlich über Peshawar die afghanische Grenze zu erreichen“, schreibt die österreichische Tageszeitung Standard mit Verweis auf die New York Times.. Doch überschwemmte Straßen machten auch das Befahren der zweiten Route unmöglich.

Die Laster seien in den vergangenen Tagen auf der Strecke zwischen Karachi und der pakistanischen Hauptstadt Islamabad liegen oder steckten im dichten Verkehr fest und kamen nur langsam voran. Da die Nato-Staaten gleichzeitig Hilfslieferungen nach Pakistan fliegen, stehen weniger Transportflugzeuge als üblich zur Verfügung, die Lücke zu schließen.

„Wir werden eine Luftbrücke einrichten, die im weitesten Sinne von Europa nach Pakistan fliegen wird, die die Kapazität haben wird, in der Woche bis zu 500 Tonnen Güter nach Pakistan zu transportieren. Das ist für Lufttransport schon eine ganze Menge“, sagte der deutsche Nato-General Egon Ramms dem Radiosender NDR Info (bereits am 20. August). Am Freitag startete ein von der Bundeswehr gemietetes Großraumflugzeug von Leipzig nach Pakistan. Die Antonov 124 hatte 50 Notstromaggregate der Bundeswehr und drei faltbare Trinkwassertanks an Bord, teilt die Streitkräftebasis mit. Das Flugzeug bringt insgesamt rund 100 Tonnen nach Pakistan und versorgt sonst die Truppe in Afghanistan.

Damit wird eine weitere Strecke wichtiger. Die Isaf lässt seit Juni zusätzlich Versorgungsgüter per Eisenbahn über Russland und Zentralasien in den Norden Afghanistans bringen. Damit wollten die Truppensteller sich unabhängiger von der Versorgung aus Pakistan machen.

Echte Versorgungsengpässe für die Bundeswehr in Afghanistan sind nicht zu befürchten – in den Kühlhäusern in Kundus, Masar-i-Scharif und Faisabad lagern Notrationen für viele  Wochen. Für das Einsatzführungskommando bei Potsdam dürften aber stressige Tage beginnen. Dort planen Logistiker den Transport zu Lande, zur See und in der Luft in die Einsatzgebiete. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden immerhin allein 75.885 Tonnen nach Afghanistan transportiert, berichtet Thomas Wiegold in der Zeitung Das Parlament. „Mit allem, was die Truppe braucht. Munition zum Beispiel. Aber auch: Toilettenpapier.“

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Written by netzreporter

28. August 2010 um 15:00

Eine Antwort

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  1. Die Natur zwingt das System in die Knie.
    Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
    Numi Torum fuck NWO!
    Öffnet Euere Herzen, sonst geht es weiter bergab…

    Mir Susne Hum

    5. September 2010 at 18:34


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