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Archive for August 2010

Erster Pop-Roman über deutsche Veteranen

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Pop-Roman über Veteranen? Der Blumenbar Verlag über "Deutscher Sohn"

Pop-Roman über Veteranen? Der Blumenbar Verlag über "Deutscher Sohn"

Der erste „Pop-Roman“ (Süddeutsche Zeitung) über Veteranen des deutschen Afghanistan-Einsatzes erscheint am 4. September im Münchner Blumenbar Verlag. Die Autoren, Ingo Niermann und Alexander Wallasch, beschreiben in „Deutscher Sohn“ das Schicksal eines traumatisierten und schwer verwundeten Soldaten.

„Es ist der erste große Roman über deutsche Afghanistan-Heimkehrer“, schreibt SZ-Autor Christopher Schmidt im Ressort Wochenende. „Und es könnte ein neues Kapitel in der deutschen Gegenwartsliteratur aufschlagen, die sich nun mit etwas beschäftigen muss, von dem hierzulande lange nichts zu lesen war: einem real existierendem Krieg, an dem Deutsche beteiligt sind und in dem Deutsche sterben.“

Wer die Ankündigung des Verlages liest ahnt , dass der Roman nicht unumstritten sein wird – das er viele Menschen, gerade auch betroffene Soldaten provozieren wird: „Der invalide Afghanistanheimkehrer Toni lebt mit einer offenen Wunde im ehemaligen Zonenrandgebiet Niedersachsens. Sein Tagesablauf wird bestimmt von Verbandswechseln und schmerzlindernden Opiaten, Web-Porno, Traumatherapie und psychedelischen Alpträumen“, umreißt der Verlag die Handlung.  Und weiter: „Sein Leben ändert sich, als er die 19-jährige Helen kennenlernt, und sie sich gemeinsam in immer extremeren Sextechniken erproben. Zugleich wird er von einer heidnischen Sekte zum Heilsbringer erklärt.“

Das klingt nach einer Mischung aus im „Westen nichts Neues“ und „Trainspotting“, verrührt mit Elementen aus der Titanic, „Das Letzte“ aus der taz und aus den Filmen von Monty Python. Ob mit dieser skurrilen Handlung tatsächlich ein großer Roman gelingen kann – ich zweifle und bin gespannt.

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Written by netzreporter

31. August 2010 at 05:59

Aufständische greifen in Afghanistan immer häufiger an

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Fahne der Isaf

Fahne der Isaf

Mit dem Fernglas in der Hand steht Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Baghlan, einer der unruhigsten Provinzen im Norden Afghanistans. Er stehe fünf Kilometer entfernt von der Front, berichtet der Radiosender NDR Info.

Doch eine feste Front gibt es am Hindukusch nicht – wo der Gegner ist, das kann keiner so genau sagen. Vor sechs Wochen wollte Guttenberg bereits die Stellung der Bundeswehr in Baghlan besuchen, in der er nun steht. Doch die Sicherheitslage ließ es nicht zu. Die Soldaten der Quick Reaction Force, der schnellen Eingreiftruppe deren Auflösung längst beschlossen ist, standen damals im Feuergefecht mit Taliban. Ein Hubschrauber mit Guttenberg an Bord musste umdrehen.

Auch diesmal ist der Truppenbesuch nicht ungefährlich: Im Norden werden die Aufständischen stetig stärker. „Kopfschusszone“ nennen die Soldaten die Gegend um die Stellung herum, die der Minister besucht, berichtet NDR Info. Als die Bundeswehr die Verantwortung für den Norden übernahm, galt der Norden noch als ruhig und sicher.

Die Isaf unter Führung von David Petraeus will nun unbedingt die Kehrtwende schaffen. Der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) hat seine Soldaten aufgefordert, mit aller Härte gegen die Aufständischen vorzugehen. „Gemeinsam mit unseren afghanischen Partnern rammt eure Zähne in das Fleisch der Aufständischen und lasst nicht mehr los“, schrieb er in einer Leitlinie. Die Strategie der Aufstandsbekämpfung wird angepasst: Der Feind soll wieder stärker militärisch bekämpft werden. Gleichzeitig fordert Petraeus aber auch, das Partnering mit den afghanischen Sicherheitskräften zu verbessern und die Zivilbevölkerung stärker zu schützen.

Grund für die neue Leitlinie ist, dass die Anschläge, Überfälle und Attentate von Taliban und anderen Aufständischen gegen die Isaf erneut zugenommen haben. Der Juni 2010 war mit mehr als 100 getöteten Isaf-Soldaten der bislang blutigste Monat für die Schutztruppe. Wie sehr sich die Sicherheitslage im Norden verschlechtert, zeigt die Auflistung des ehemaligen Bundestagsabgeordnete der Grünen Winfried Nachtwei. Er hat eine seine umfassende und wichtige Sammlung der „Sicherheitsvorfälle Afghanistan“ aktualisiert.

Allein im Juni gab es landesweit 1.309 direkte Angriffe durch regierungsfeindliche Kräfte – 2006 waren es im gesamten Jahr nicht einmal halb so viele (nach Nachtweis Zählung 2006: 560; 2007: 3641; 2008: 5.346; 2009: 10.333). Im zweiten Quartal 2010 stieg die Zahl der Attacken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 51 Prozent – 5.350 Angriffe zeigen, wie gravierend die Sicherheitslage ist.

Seit 2007 erstellt Nachtwei diese „Chronik“. Begonnen hatte er damit, weil er sich von der Regierung nicht ausreichend informiert fühlte: „Folge dieser Halb- und Viertelinformation war lange Beschönigung – und damit Realitäts- und Glaubwürdigkeitsverlust“, schreibt Nachweit. Er selbst bezeichnet sein Material als „Horrorsammlung von lauter schlimmsten Nachrichten“ – warnt aber auch, dass sie nicht die ganze afghanische Wirklichkeit widerspiegeln.

Die Zahlen des Afghanistan-Experte belegen dennoch eindeutig, wie stark die Isaf unter militärischen Druck der Aufständischen steht. So nahm im ersten Quartal 2010 die Zahl der IED-Anschläge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 94 Prozent zu. IEDs, selbstgebastelte Sprengfallen, vergraben die Aufständischen unter der Fahrbahndecke oder am Straßenrand. Die Sprengstoffmengen reichen mittlerweile, um leicht gepanzerte Fahrzeuge wie den Dingo der Bundeswehr schwer zu beschädigen.

Auch der Schutz der Zivilbevölkerung habe sich verschlechtert, schreibt Nachtwei. Die Aufständischen verübten mehr Anschläge auf Politiker, Bürgermeister, Mitarbeiter der Regierung und privaten Entwicklungsorganisationen.

Die Zahl der kämpfenden Aufständischen liegt in ganz Afghanistan weiterhin bei zwischen 20.000 und 30.000. Obwohl die Truppenzahl der Isaf dank der immensen amerikanischen Truppenaufstockung deutlich gestiegen ist, hat der sogenannte Surge bisher nur wenig gebracht. Dennoch spricht Außenminister Guido Westerwelle weiterhin von einer großflächigen Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen. Er verweist darauf, dass der Norden mit Ausnahme einiger Distrikte sicher sei.

Bei Nachtwei liest sich das anders: Von den 123 Distrikten im Norden galten im ersten Halbjahr 2010 acht als hochkritisch – oder bereits von den Taliban kontrolliert. Dass die Soldaten der Isaf und der ANA oder die Zivilbevölkerung in den anderen 115 Distrikten sicher wären, ist allerdings ein Trugschluss: In der Provinz Kundus haben im ersten Quartal die Angriffe der Aufständischen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 134 Prozent zugenommen, in Baghlan um 122, in Balkh um 295 Prozent und in Faryab um 145 Prozent. Lediglich in der Provinz Badakhshan sank die Zahl der Attacken um 4,4 Prozent.

Dass General Petraeus die Abzugspläne seines Präsidenten bei all diesen schlechten Zahlen für unrealistisch hält – wer will es ihm verdenken. Dennoch werden die USA im kommenden Jahr mit dem Abzug beginnen. Am Beispiel Irak zeigt sich, dass Amerika seine Exit-Pläne durchzieht – auch wenn die Sicherheitslage prekär ist. Dass die Welt mit dem War on Terror sicherer geworden ist – das kann man wirklich nicht sagen.

Verschiebt die Wahl in Afghanistan

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Lektüretipp:

Am 18. September sollen die Afghanen ein neues Parlament bestimmen. Trotz der sich stetig verschlechternden Sicherheitslage läuft der Wahlkampf bereits auf Hochtouren. Doch freie und faire Wahlen wird es in Afghanistan nicht geben. Beamte, die bei der vergangenen Präsidentenwahl bereits die Ergebnisse fälschen, sind immer noch im Amt. Kriminelle und Warlords streben ins Parlament und treten zur Wahl an. Sie bedrohen Kandidaten und Wähler.

„In wenigen Wochen sollen die Afghanen über die Zukunft ihres Landes entscheiden. Bereits jetzt sind mehr als 2500 Afghanen im Land unterwegs, um im Wahlkampf um Stimmen zu werben. Am 18. September wählen die Afghanen die 249 Abgeordneten des Parlaments. Die Kandidaten verbringen mehrere Wochen auf einigen der gefährlichsten Straßen der Welt. Viele der Wahlkämpfer gehen ein hohes Risiko ein – vor allem die Frauen. Einige Politiker werden Opfer von Gewaltverbrechen, möglicherweise sogar ermordet werden“, schreibt die Afghanistan-Expertin der unabhängigen Organisation International Crisis Group, Candace Rondeaux, in einem Kommentar für ZEIT ONLINE.

Die ehemalige Journalistin der Washington Post, die in Kabul lebt und arbeitet, zieht eine bitteres Bilanz, noch bevor ein Stimmzettel abgegeben wurde: „Fast alle Kandidaten werden sich nach der Wahl fragen, ob sich das Risiko gelohnt hat. Die Antwort lautet schlicht: Nein.“ Am Ende gewännen so nur die Taliban und die internationale Gemeinschaft schenke ihnen einen leichten Erfolg.

(Mehr auf ZEIT ONLINE

Und Ein lesenswertes Interview mit Candance Rondeaux, der der AfPak-Channel von Foreign Policy geführt hat)

Flut in Pakistan stört Versorgung der Isaf

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Der bunte, alte Laster chinesischer Bauart hält im Feldlager Kundus. Ein Kran der Bundeswehr hebt einen Seecontainer von der Ladefläche. Der bärtige Fahrer und sein junger Beifahrer sehen der großen Stahlkiste hinterher, die von einem Gabelstabler weggebracht wird. Die Männer haben einen weiten Weg hinter sich. Sie kommen aus Pakistan, sie sind auf einer der gefährlichsten  Transportrouten der Welt unterwegs gewesen. 

Aufständische und Kriminelle lauern an den Straßen in Pakistan und Afghanistan. Sprengfallen und Minen sind eine ständige Gefahr für Fahrer und Lkws. Die wichtigste Transportstrecke der Nato-Truppensteller nach Afghanistan ist alles andere als sicher – und nun stört auch noch die Flut den Transport. 

Frachter bringen Lebensmittel und andere Güter für die Internationale Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) in die pakistanische Hafenstadt Karachi. Dort werden Container auf Trucks gehievt, die über den Khyber-Pass nach Afghanistan fahren. Dort geht es dann zur Ringstraße weiter – der Lebensader Afghanistans. Doch die Flut in Pakistan hat nun diese Route unterbrochen. In der Vergangenheit hatten Taliban und Aufständische in Pakistan und Afghanistan immer wieder versucht, die Isaf  Nachschubroute zu unterbrechen oder wenigstens zu stören. Sie attackierten Konvois, setzten Lager und Fahrzeuge in Brand.

Nun sorgt die Flut für eine Störung der Transportwege. „Der Nachschub musste nun über eine wesentlich längere Route durch des Landesinnere in die pakistanische Hauptstadt Islamabad verfrachtet werden, um schließlich über Peshawar die afghanische Grenze zu erreichen“, schreibt die österreichische Tageszeitung Standard mit Verweis auf die New York Times.. Doch überschwemmte Straßen machten auch das Befahren der zweiten Route unmöglich.

Die Laster seien in den vergangenen Tagen auf der Strecke zwischen Karachi und der pakistanischen Hauptstadt Islamabad liegen oder steckten im dichten Verkehr fest und kamen nur langsam voran. Da die Nato-Staaten gleichzeitig Hilfslieferungen nach Pakistan fliegen, stehen weniger Transportflugzeuge als üblich zur Verfügung, die Lücke zu schließen.

„Wir werden eine Luftbrücke einrichten, die im weitesten Sinne von Europa nach Pakistan fliegen wird, die die Kapazität haben wird, in der Woche bis zu 500 Tonnen Güter nach Pakistan zu transportieren. Das ist für Lufttransport schon eine ganze Menge“, sagte der deutsche Nato-General Egon Ramms dem Radiosender NDR Info (bereits am 20. August). Am Freitag startete ein von der Bundeswehr gemietetes Großraumflugzeug von Leipzig nach Pakistan. Die Antonov 124 hatte 50 Notstromaggregate der Bundeswehr und drei faltbare Trinkwassertanks an Bord, teilt die Streitkräftebasis mit. Das Flugzeug bringt insgesamt rund 100 Tonnen nach Pakistan und versorgt sonst die Truppe in Afghanistan.

Damit wird eine weitere Strecke wichtiger. Die Isaf lässt seit Juni zusätzlich Versorgungsgüter per Eisenbahn über Russland und Zentralasien in den Norden Afghanistans bringen. Damit wollten die Truppensteller sich unabhängiger von der Versorgung aus Pakistan machen.

Echte Versorgungsengpässe für die Bundeswehr in Afghanistan sind nicht zu befürchten – in den Kühlhäusern in Kundus, Masar-i-Scharif und Faisabad lagern Notrationen für viele  Wochen. Für das Einsatzführungskommando bei Potsdam dürften aber stressige Tage beginnen. Dort planen Logistiker den Transport zu Lande, zur See und in der Luft in die Einsatzgebiete. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden immerhin allein 75.885 Tonnen nach Afghanistan transportiert, berichtet Thomas Wiegold in der Zeitung Das Parlament. „Mit allem, was die Truppe braucht. Munition zum Beispiel. Aber auch: Toilettenpapier.“

Written by netzreporter

28. August 2010 at 15:00

Zitat der Woche: Irans Einfluss wächst

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Woche 34./2010

„Mit dem scheinbar unaufhaltsamen Fortschritt des iranischen Atomprogramms gerät allmählich der gesamte Nahe Osten in den Einflussbereich des Iran, auf Kosten der USA und ihrer Verbündeten. In einer Region, in der mehr als die Hälfte der weltweiten Energiereserven lagern, deutet sich eine neue Machtbalance zu Ungunsten des Westen an.“

Gil Yaron

Nahost-Expert und Journalist, lebt in Tel Aviv, arbeitet für verschiedene deutsche Medien.

(Das Zitat stammt aus Gil Yarons Artikel: Mehr Mars, weniger Venus. Obama setzt im Nahen Osten auf Veröhnung – den Iran freut’s, in: Internationale Politik, Nr. 4., Juli/August, S. 84 – 89, hier: S. 86)

Written by netzreporter

28. August 2010 at 14:00

Nachtwei: War on Terror wirkte als Brandbeschleuniger

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Bewaffnete deutsche Soldaten im Auslandseinsatz, das hatte es in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik nicht gegeben. Doch nach der Wiedervereinigung beteiligte sich Deutschland immer intensiver an internationalen Militärmissionen. Die öffentliche Diskussion stellte sich auf die veränderte Sicherheitslage jedoch nicht ein.

Das sagt einer, der es wissen muss: Winfried Nachtwei, langjähriger Verteidigungsexperte der Grünen, ehemaliger Bundestagsabgeordneter, bei Soldaten und Friedensaktivisten gleichermaßen anerkannt. Er rügt im Interview mit dem Internetauftritt des Magazins Kompass die Qualität der öffentlichen Auseinandersetzung mit den Einsätzen der Bundeswehr.

„Lange Zeit kreisten in Deutschland Debatten um Auslandseinsätze fast nur um die Frage der Rechtfertigung, dann des Selbstschutzes. Die Dimension Wirksamkeit wurde demgegenüber meist vernachlässigt. Diese Strategieschwäche begünstigte gravierende Fehleinschätzungen. Im Fall Afghanistan waren das die enorme Unterschätzung der Herausforderung und die Neigung zur Selbsttäuschung“, sagt Nachtwei.

Und weiter: „Verstärkt durch die bedrohliche Krise des Afghanistan-Einsatzes ist in der deutschen und internationalen Politik deutlich eine Absetzbewegung zu spüren: weg von humanitären Beweggründen und der Verantwortung zum Schutz, zurück auf engere nationale Sicherheitsinteressen. Die Mitverantwortung für globale kollektive Sicherheit der Staaten und Menschen im Rahmen der UNO gerät immer mehr aus dem Blick.“

Nachtwei zieht auch eine kleine Bilanz der Verteidigungspolitik in seiner Zeit im Bundestag – und er verteidigt die deutschen Einsätze auf dem Balkan. „Die Kosovo-Intervention war vor dem Hintergrund des europäischen Versagens beim Bosnien-Krieg und angesichts der Konfliktentwicklung im Kosovo 1998 und 1999 notwendig, um das größte Übel abzuwenden“, sagt Nachtwei. „Sie bleibt für mich aber ein abschreckendes Beispiel. Etliche Möglichkeiten der früheren Konflikteindämmung wurden nicht genutzt. Es gab kein explizites UN-Mandat. Das erste Ziel – Verhinderung einer humanitären Katastrophe – wurde zunächst nicht erreicht. Während der Bombardierungen eskalierte der serbische Vertreibungsterror erst, bevor er gestoppt und rückgängig gemacht werden konnte. Auch wenn wichtige politisch-praktische Lehren gezogen wurden (Gründung des Zentrums Internationale Friedenseinsätze, Eindämmung der Kriegsgefahr in Mazedonien 2001), eine selbstkritische Aufarbeitung des Kosovo-Krieges verweigerte die damalige Bundesregierung.“

Auch zum Terrorismusund dessen Bekämpfung  äußert sich der Afghanistan-Experte. „Seit neun Jahren gilt internationaler Terrorismus als Spitzenbedrohung, seiner Bekämpfung sollte der Afghanistan-Einsatz, der Irak-Krieg, der ganze ‚War on Terror‘ dienen“, sagt Nachtwei der Redaktion von Kompass. „Vieles davon wirkte nur als Brandbeschleuniger.“

Und er beklagt, dass der War on Terror mit einer Entgrenzung militärischer Gewalt und Brutalisierung terroristischer Gewalt einherging. „Leidtragende sind Hunderttausende Menschen, Völkerrecht und Menschenrechte.“

(Das ganze Interview lesen Sie hier)

Deutschlands Verantwortung am Hindukusch

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Veranstaltungshinweis:

Die Konrad Adenauer Stiftung (KAS) lädt am 22. September zur Fachkonferenz  „Deutschlands Verantwortung am Hindukusch. Herausforderungen, Strategien und Ziele des Deutschen Engagements in Afghanistan“ nach Berlin.

Vier Tage nach der Parlamentswahl in Afghanistan werden unter anderen Christian Schmidt, parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Botschafter Martin Kobler, stellvertretender Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs für die Afghanistan-Mission, Ernst-Reinhard Beck, Obmann der Union im Verteidigungsausschuss, Brigadegeneral Frank Leidenberger, ehemaliger Regionalkommandeur Nord der Isaf, Abed Najib, Botschafter Afghanistans in Deutschland und andere Experten über die Lage am Hindukusch sprechen.

Die Ankündigung der KAS lässt auf eine interessante Debatte unter den Experten hoffen: „Die Sicherheitslage ist weiterhin instabil, die Situation für deutsche Soldaten prekär und die Anzahl der Anschläge aufständischer Gruppen steigend“, schreibt die CDU-nahe Stiftung. Auch auf politischer Ebene seien bisher keine zentralen Fortschritte erzielt worden. Wie können erfolgreiche Strategien aussehen, wie realistische Ziele gesteckt werden, „ohne eigene Ansprüche und grundlegenede Werte aufzugeben“?

Mehr Information zur Fachkonferen in Berlin finden Sie hier.