Terror-Blog

Vernetzte Sicherheit, Steitkräfte, Internationale Politik

Probleme, wohin das Ministerauge blickt

leave a comment »

Deutsche Soldaten in Kundus

Deutsche Soldaten in Kundus / Foto: Hauke Friederichs

Sparpläne, Afghanistan, Kindersoldaten: Wohin Guttenberg auch kommt, muss er sich rechtfertigen. Eine Sommerreise in Zeiten leerer Kassen und eines komplizierten Kriegs.

Von Hauke Friederichs

Das blaue Auto fährt mit hoher Geschwindigkeit auf das Lager zu. Soldaten am Tor schießen mit ihren Sturmgewehren erst in die Luft, dann auf das Fahrzeug. Doch der Kleinwagen rast weiter. Von einem Wachturm aus schickt ein Maschinengewehr-Schütze zahlreiche Salven in Richtung des Autos. Das fährt gegen eine Sandbarriere, es gibt einen Knall. Rauch steigt auf. Ein Offizier brüllt Befehle. Soldaten laufen vor, gehen hinter Sandsäcken in Deckung.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg schaut interessiert zu. Er hält sich an einem Schild fest, auf dem steht: „Ausbildungszentrum. Grundlagenausbildung Luftwaffe. Betreten der Ausbildungsstätte verboten“. Der Minister besucht auf seiner Sommerreise den Standort Germersheim im Süden von Rheinland-Pfalz. Dort werden Objektschutzkräfte der Luftwaffe ausgebildet. Die Bundeswehr hat einen Kontrollpunkt nachgebaut, der in Afghanistan und anderen möglichen Einsatzgebieten vor Feldlagern und Flugplätzen stehen könnte. Die Soldaten lernen hier, Fahrzeuge und Personen nach Sprengstoff zu durchsuchen, wie bei Beschuss zu reagieren ist oder was zu tun ist, wenn Einheimische auf das Camp zulaufen. Ob jemand Terrorist oder Hilfesuchender ist, wer kann das in Afghanistan schon sagen?

Was die Soldaten während der Übung brüllen, versteht Guttenberg nicht. Die Männer kommen aus Armenien und werden von der Bundeswehr für ihren Afghanistan-Einsatz vorbereitet. Sie sollen bald gemeinsam mit Deutschen den Flugplatz im nordafghanischen Kundus bewachen, der direkt neben dem deutschen Feldlager liegt. Mittlerweile gehören 47 Nationen zur Isaf. Doch mit kleineren Staaten wie Armenien wird die Isaf nicht den Rückzug von großen Truppenstellern ausgleichen können: Die Niederlande beginnen in diesem Monat mit dem Abzug, Kanada folgt im kommenden Jahr, Polen will dann ebenfalls die ersten Soldaten nach Hause holen. Und auch Deutschland, sagt Guttenberg, könnte 2011 damit beginnen, Soldaten abzuziehen.

Die Sicherheitskonferenz in Kabul hat zu Beginn der Woche eine Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen bis 2014 beschlossen. Auch das ist in Germersheim Thema. Guttenberg sagt, dass die Übergabe nur geschehen kann, wenn eine Reihe von „Benchmarks“ erreicht werden würden. Welche das sind, verrät er nicht.

(Mehr auf ZEIT ONLINE)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: