Terror-Blog

Vernetzte Sicherheit, Steitkräfte, Internationale Politik

Lachende Sonne, lachende Rekruten

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Das Thema stellt die Armee im Einsatz vor eine große Herausforderung. Ehemalige Generäle schimpfen, Verteidigungspolitiker der Opposition sprechen von einem „faulen Kompromiss“ und der Verteidigungsminister deutet an, dass er diese Reform wenig sympathisch findet. Doch das Streitkräfteunterstützungskommando sucht auch die positiven Aspekte der Wehrdienstverkürzung um drei Monate:

„Nicht nur die hochsommerliche Sonne lachte über der Hunsrück-Kaserne in Kastellaun, sondern auch viele der 49 Rekruten, die an diesem Tag beim Führungsunterstützungsbataillon 282 ihren Grundwehrdienst antraten. Grund war der vor gerade einmal zwei Wochen vom Deutschen Bundestag gefasste Beschluss, die Wehrdienstzeitverkürzung von neun auf sechs Monate bereits zum 1. Juli 2010 wirksam werden zu lassen.“

Ob die Ausbilder auch lachen, beantwortet der Text nicht. Das wäre aber überraschend. Denn Wehrdienstleistende berichteten vor wenigen Tagen bei einer Tagung des Bundeswehrverbandes, dass in vielen Ausbildungseinheiten noch gar keine Planung für den sechsmonatigen Dienst vorliegen würden. Soldaten im Einsatz schimpfen, dass sie mit den jungen Männern, die nach ihrer Ausbildung nur drei oder vier Monate in der Truppe sind, nichts anfangen können.

Aber wer will darüber meckern – denn über das erwartete Chaos tröstet die blumige Poesie des Wehrbereichskommandos II hinweg: „Langsam neigte sich der erste Tag beim ‚Bund‘ dem Ende zu. Da er auf einen Donnerstag fiel, geht’s am nächsten Tag schon wieder nach hause zu Muttern.“

Ein interessanter Bericht aus Kundus der Bundeswehr ist auf der Einsatzseite zu finden. Er beschreibt, wie eine Patrouille bei Kundus unter Beschuss gerät und Soldaten verwundet werden. Seit dem Antritt von Guttenberg hat sich die Kommunikationsstrategie deutlich gewandelt. Seitdem die Regierung „umgangssprachlich“ von Krieg spricht, geht die Armee im Einsatz auch immer offener mit Tod und Verwundung um. Eine interessante Entwicklung. Wie eine moderne Kommunikation aussieht, zeigen die Briten. Sie weisen bei Twitter auf bloggende Soldaten hin und berichten über den Trend, mehr Social-Media-Plattformen zu nutzen. Das wäre von der Bundeswehr dann wohl zu viel erwartet.

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Written by netzreporter

5. Juli 2010 um 08:00

Veröffentlicht in Bundeswehr

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