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„Töten ist nicht der beste Weg“

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Die Regeln für Bombardierungen in Afghanistan sollen wieder gelockert werden, verkündete am Donnerstagabend der neue Isaf-Kommandeur, David Petraeus. Amerikanische Truppen könnten dann in Afghanistan künftig schneller Luftunterstützung anfordern.

„Es gibt Sorgen in den Reihen einiger unserer Soldaten am Boden, dass bestimmte Verfahrensweisen etwas zu bürokratisch geworden sind“, sagte Petraeus.

Das heißt, dass die strengen Regeln, wann ein Air-Close-Support angefordert werden darf, aufgeweicht werden. McChrystal hatte befohlen, dass Kampfjets erst angreifen dürfen, wenn zivile Verluste ausgeschlossen werden können.

Deswegen zögerten die amerikanischen F-15-Piloten auch so lange, die von Taliban entführte Tanklaster anzugreifen, die an einer Furt am Kundus-Fluss feststeckten. Um die strengen Isaf-Regeln zu umgehen, hatte der deutsche Gefechtsstand, der die Bombardierung angeordnet hatte, „Troops in contact“ gemeldet – obwohl keine Soldaten in der Nähe waren. Denn wenn Isaf-Truppen und Verbündete von Aufständischen angegriffen wurden, konnten sie Kampfflugzeuge anfordern.

Die US-Piloten bezweifelten, dass alle Männer an der Furt tatsächlich Kämpfer waren. Die Deutschen täuschten die Amerikaner und forderten den Luftschlag. Die Folge: Laut Nato kamen bis zu 142 Menschen ums Leben – darunter Zivilisten.

Stanley McChrystal tobte nach der Bombardierung am Kundus-River. Schließlich hatte er einen anderen Kurs vorgegeben. Er wollte die Herzen und Köpfe der Afghanen gewinnen. Nur so ließen sich Aufständische von der Bevölkerung trennen. In einem Bericht schrieb er, der schwerste Fehler der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) sei, die afghanischen Zivilisten nicht besser zu schützen. „Töten ist nicht der beste Weg“, sagte McChrystal im Spiegel-Gespräch (SPIEGEL, Nr. 2/2010). „Der Schutz der Zivilbevölkerung ist der entscheidende Punkt. „

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Written by netzreporter

2. Juli 2010 um 06:09

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