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The Economist über die Deutschen und den Krieg

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Unter der Überschrift „What is this thing called war?“ betrachtet der Economist die Diskussion in Deutschland über den Afghanistan-Einsatz. „German troops have been fighting in Afghanistan for eight years. But Germans have been slow to accept this.“

Kanzlerin Merkel habe zwar erstmals ihre Distanz zum Isaf-Einsatz aufgegeben und an Trauerfeiern teilgenommen. Spät habe die Regierung erkannt, dass es klüger sei, das Militärengagement in Afghanistan zu erklären, als die Lage herunterzuspielen. Doch die Ablehnung der Mission steige in der deutschen Bevölkerung zunehmend und die Taliban wüssten das. Mit ihren Anschlägen auf die Truppe versuchten sie, den Einsatz für die Deutschen besonders schmerzhaft zu machen.

Karl-Theodor zu Guttenberg kommt in dem Artikel trotz der Bundeswehrprobleme sehr positiv weg – im Gegensatz zu Merkel. „Mr zu Guttenberg, the cabinet’s most charismatic minister, has fashioned himself into a champion of his troops, many of whom feel they are undertrained, ill-equipped and badly led by generals schooled in fighting Soviet tanks.“

The Economist listet außerdem auf, wie viele Soldaten die großen Truppensteller unter den Nato-Staaten verloren haben: Deutschland steht mit 43 Toten an vierter Stelle, hinter Kanada (142), Großbritannien (281) und den USA (1045).

Wenn die deutschen Verluste so weiter gehen wie im April – seit Karfreitag sind sieben Männer der Bundeswehr gefallen – dann werde die Unterstützung in Deutschland so stark einbrechen, dass eine Fortführung der Mission schwierig werde, zitiert der Economist den verteidigungspolitischen Sprecher der SPD, Rainer Arnold. Doch: „If it ebbs, ’society and my party will tolerate a few more years‘.“

Wenn der „schneidige Soldatenversteher“ (Formulierung des Spiegel!) in seiner Trauerrede Recht behält, dürften die sieben Toten im April aber nicht die letzten gewesen sein.

What is this thing called war, in: The Economist, April 24th 2010, S. 25 – 26.

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Written by netzreporter

27. April 2010 um 15:52

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