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Bundeswehr veröffentlicht weitere Details zum tödlichen Anschlag

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Nachdem das Einsatzführungskommando der Bundeswehr noch am Donnerstag eine falsche Version des Anschlags auf die deutschen Soldaten bei Baghlan mitteilte, liegen nun „offizielle“ und detaillierte Angaben des Verteidigungsministeriums vor. Die originale Pressemitteilung ist auf der Seite des BMVg zu finden.

Die neue Darstellung:

Die afghanischen Sicherheitskräfte versuchen seit Wochen mit der Operation TAOHID („gemeinsam“) die Bewegungsfreiheit der afghanischen Sicherheitskräfte in der Region Baghlan wiederherzustellen und regierungsfeindliche Kräfte zu bekämpfen. Unterstützt werden sie dabei von Isaf.

Die erste Phase von TOAHID fan dEnde März statt. Die zweite Phase begann am Morgen des 14. April. 3000 Soldaten der afghanischen Armee und der ISAF rücken gemeinsam vor. Die Offensive läuft noch.

Am 14. April fuhren afghanische Sicherheitskräfte und ISAF-Einheiten  gegen 14.30 Uhr Ortszeit in einerMarschkolonne auf eine Brücke zu. Das letzte Fahrzeug dieser Kolonne war ein deutscher Eagle IV.

Das deutsche Fahrzeug wurde mit einer improvisierten Sprengvorrichtung (Improvised Explosive Device) in die Luft gesprengt. Dabei starben drei deutsche Soldaten, fünf wurden verletzt.

Amerikanische MedEvac-Hubschrauber retteten die Verwundeten und flogen sie nach Kundus aus.

Zwischen 18.15 Uhr und 18.30 Uhr Ortszeit gab es dann zwei weitere Angriffe gegen deutsche Kräfte. Der erste Beschuss durch Aufständische verlief ohne Schäden. Eine zweite deutsche Marschkolonne geriet dann eine Viertelstunde später,  acht Kilometer nördlich des Regionalen Wiederaufbauteams (Provincial Reconstruction Team) Pol-i-Khomri in einen Hinterhalt. Taliban beschossen den Konvoi mit Kalaschnikovs, Panzerfäusten und Mörsern.

Dabei wurde ein Sanitätsfahrzeug vom Typ Yak mit einer Granate getroffen. Das Geschoss tötete einen Bundeswehrarzt. Zwei Soldaten im Führerhaus des Yak blieben unverletzt.

Die Trauerfeier in Mazar-e Sharif soll am 18. April 2010 stattfinden. Die gefallenen Soldaten werden im Anschluss an die Trauerfeier, begleitet durch den Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, nach Deutschland überführt.

Die verletzten Soldaten wurden am 16. April mit einem Spezial-Airbus der Luftwaffe ausgeflogen. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg begleitet diese Soldaten auf dem Flug.

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Written by netzreporter

17. April 2010 um 14:22

2 Antworten

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  1. Wir müssen uns tatsächlich die Frage stellen: sind wir betroffen oder tun wir nur so?

    Vom bequemen Sofasessel aus tun wir etwas für den Feminismus in Afghanistan, indem wir die Taliban bekämpfen…heißt es.

    Und immer noch verdienen Frauen hierzulande weit weniger als Männer, die dieselbe Arbeit tun.

    http://feydbraybrook.wordpress.com/2010/04/18/auf-die-aktie-mitleid-fur-afghanische-frauen-setzen/

    feydbraybrook

    18. April 2010 at 21:50

  2. Gleichberechtigung in Afghanistan ist wohl er ein realistisches Ziel für die nächste Hälfte dieses Jahrhunderts. Ein Erfolg wäre doch erstmal, wenn bei den anstehenden Parlamentswahlen weniger betrogen wird, als bei den Präsidentenwahlen. Der Amtsinhaber, Hamid Karsai, und die Frauenrechte ist übriges ein ganz spezielles Thema: Er unterschrieb im vergangenen Jahr schließlich ein Gesetz, das schiitischen Männer in der Ehe nahezu alle Rechte über seine Frau zusprach. Die Praxis in den ländlichen Regionen Afghanistans wurde damit quasi offiziell bestätigt. Mittlerweile wurde das umstrittene Gesetz allerdings korrigiert.

    netzreporter

    19. April 2010 at 08:36


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